Reptilienvortrag

Am Donnerstag, den 02.12.2021 besuchte der Altöttinger Reptilienexperte Manfred Werdan unsere Schule. Mit im Gepäck hatte er zahlreiche Reptilien und exotische Tiere, die er in der Aula präsentierte. Nach der Begrüßung durch Schulleiter Andreas Schaffhauser erklärte der Fachmann zuerst die Merkmale der diversen Reptilien. Er ging dabei auf folgende Tiere näher ein: die Königsphyton, die in den Tropen West- und Zentralafrikas beheimatet ist, das Panterchamäleon aus Madagaskar, das Axolotl, ein in Mexiko lebender Schwanzlurch sowie die Schmuckschildkröten, die größtenteils aus amerikanischen Zuchtfarmen stammen.

In diesem Zusammenhang ging er auch auf die Besonderheiten der Haltung dieser Tiere ein, denn viele „Tierliebhaber“ würden sich die Tiere als Haustiere zulegen ohne dabei jedoch zu bedenken, welche Schwierigkeiten die Haltung exotischer Tiere mit sich bringt.
Eines der Hauptanliegen des Experten ist es, auf den Tier- und Artenschutz aufmerksam zu machen und hervorzuheben, dass die Haltung dieser exotischen Tiere in keinster Weise mit der Haltung von normalen Haustieren vergleichbar ist.

Nach der Theorie kam nun die Praxis, denn jetzt konnten die Mädchen und Jungen „live“ in Kontakt mit verschiedenen Reptilien treten. Dabei zeigten sie keinerlei Berührungsängste. So erfuhren die Schüler und Schülerinnen beispielsweise bei der Arizona Königsnatter, dass diese durch ihre Färbung die falsche Korallenschlange nachahmt, was man in der Biologie mit Mimikry bezeichnet und so versucht, Feinde abzuwehren. Besonders fasziniert waren sie von der trockenen, warmen Haut dieser Schlange. Nach demselben Prinzip handelt die Australische Gespenstheuschrecke, die bei Gefahr die Form des Skorpions imitiert.


Etwas mehr Mut verlangte allerdings die Begegnung mit der Mexikanischen Rotknievoglespinne. Aber auch sie krabbelte über viele Schülerhände.
Ein weiteres visuelles Highlight war das Panterchamäleon, das mit seiner bunten „Farbenpracht“ überraschte.

Alle Schüler und Schülerinnen waren beeindruckt davon, diese Tiere einmal hautnah „live“ erlebt zu haben. Am Ende dieser etwas anderen Unterrichtsstunde bedankte sich Biologielehrer Ingo Kiefl, der Organisator dieses Vortrags, bei Manfred Werdan. Für die Schüler war es ein eindrucksvolles Erlebnis, an das sie sich noch lange erinnern werden.

„Schüler laufen für Schüler“

Unter dieser Devise führt unsere Schule  alljährlich einen Spendenlauf zugunsten sozialer Zwecke durch.
Nach zwei Jahren Corona-Zwangspause konnte Schulleiter Andreas Schaffhauser an diesem Freitag endlich wieder zahlreiche Schüler und einige Prominente im Stadion begrüßen. Neben den LLR-Schülern drehten dieses Mal auch die Kinder aus den
Grundschulen Künzing-Gergweis und Altenmarkt ihre Runden durch den Stadtpark,
um mit dem Erlös die Osterhofener Tafel und den Kinderschutzbund zu unterstützen.

Die Schirmherrschaft hat dieses Jahr MdL Bernd Sibler übernommen. Der Bayerische Staatsminister für Wissenschaft und Kunst konnte aus terminlichen Gründen zwar persönlich nicht mitlaufen, sicherte der Schule aber zu, bei der Spendenübergabe dabei zu sein.
Am Start waren auch Konrektor Gregor Schießl sowie die LLR-Sportlehrer Jürgen Magg, Dominik Schwarz und Michael Wolf.

Ehemalige Kickbox-Weltmeisterin mit am Start

Die ehemalige Kickbox-Weltmeisterin Julia Irmen,
die von ihrem Sponsor Fritz Gößwein begleitet wurde, heizte die Sportler im Stadion dynamisch an:

„Seid ihr startklar?“


Mit einer Startklappe schickte Tobias Besendorfer den Pulk dann in Gruppen auf die Strecke. Der ehemalige LLR-Schüler ist seit einem Bade-Unfall im Jahr 2018 von der Halswirbelsäule abwärts querschnittsgelähmt und sitzt im Rollstuhl.
Für ihn hatte die LLR 2019 einen separaten Spendenlauf organisiert.

Der Morgennebel wich relativ rasch der strahlenden Herbstsonne. Von 10 bis 12 Uhr hatten die Läufer Zeit, so viele Runden wie möglich zu drehen. Eine Runde war nahezu exakt einen Kilometer lang.
An der Stempel-Station im Stadion konnten die Läufer jede abgeschlossene Runde abstempeln lassen. Für jede Runde bekommen die Schüler einen bestimmten Spendenbetrag, den der jeweilige Sponsor im Vorfeld zugesagt hatte.
Die Höhe hängt davon ab, wie viel die Unternehmen aus Osterhofen, aber auch Eltern, Großeltern und Lehrkräfte als Sponsoren den Kindern geben.


Die fleißigsten Läufer drehten über 20 Runden

Bei der Ehrung der fleißigsten Läufer (hinten von links)
Konrektor Gregor Schießl, Schulleiter Andreas Schaffhauser, Samuel Meininger, Alexander Stifter, Sebastian Breuherr, Julia Irmen und Fritz Gößwein, Lehrer Michael Wolff und Lehrerin Isabel Roos sowie
unten von links Lukas Auerbach, Thomas Stoiber, André Steinleitner, Luca Weber, Matthias Saller, Adrian Haböck, Kevin Kapfhammer, Elisa Huber und Lehrer Jürgen Magg.

   Das „Pack ma´s“ – Projekt der Leuchtenberg-Realschüler
schafft gegenseitiges Vertrauen

Das Gewaltpräventionsprojekt „Pack ma’s” gehört seit vielen Jahren zum festen Bestandteil an der Landgraf-Leuchtenberg-Realschule. Die Schüler näherten sich zusammen mit den betreuenden Lehrkräften in Szenenspielen und Diskussionsrunden dem Thema „Gewalt“. Sie beschäftigten sich mit Fragen wie: Was ist Gewalt? Welche Formen von Gewalt gibt es? Wie kann man ihr begegnen bzw. sie verhindern? „Ist eine Ohrfeige ein Gewaltakt? Wird man beim Ärgern von Haustieren zum Gewalttäter und übt ein Metzger beim Schlachten der Tiere Gewalt aus?“ Bei der „Gewaltleiter” ordneten die Schüler konkrete Fälle aus dem Alltagsleben auf einer Zahlenskala von 10 bis 100 an, die von massiver Gewalt bis keine Gewalt reichte, und entdeckten, dass die Einschätzungen ihrer Mitschüler recht unterschiedlich ausfielen. Sie lernten dabei, die beschriebenen Sachverhalte aus der Sicht eines Opfers zu betrachten. Das Opfer entscheidet letztendlich darüber, was Gewalt ist und was nicht.


Die Schüler legten ihre individuellen Einschätzungen auf der „Gewaltleiter“ fest.

Neben der Prävention von Konflikten, Gewalt oder Mobbing ging es darum, das Selbstbewusstsein der einzelnen Schüler und den Gemeinschaftsgeist einer Gruppe zu fördern. Denn in einer intakten Gemeinschaft, in der sich der Einzelne aufgehoben und verstanden fühlt, entstehen seltener Konflikte, die in Gewalt ausarten. Ein Ziel war es, zivilcouragiertes Verhalten zu vermitteln: Wie kann man als Außenstehender anderen in Krisensituationen helfen, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen? Anhand einer fingierten Busfahrt, bei der die Schüler in die Rolle eines bedrängten Opfers bzw. in die eines unbeteiligten Fahrgastes schlüpften, analysierten sie das Verhalten der einzelnen Teilnehmer und erarbeiteten sinnvolle Reaktionsmöglichkeiten des Opfers sowie der außenstehenden Beobachter.


„Wie stark vertraue ich den Mitschülern?“ – die Zugbrücke machte es deutlich.

Beim Thema: „Mein Körper gehört mir“ ging es um Vertrauen und Körperwahrnehmung. Die Schüler erkannten, wie verletzlich der menschliche Körper ist und dass es darauf ankomme, es zu vermeiden, sich in eine Situation eines am Boden liegenden Opfers zu bringen, das keine Kontrolle mehr über sich hat. Ein freiwillig am Boden liegender Schüler entschied darüber, auf welchen Körperteil sich ein von ihm ausgesuchter Schüler stellen durfte. Er hatte dabei immer die Kontrolle über seinen Körper und konnte die Aktion auch jederzeit abbrechen.
Ein weiterer Themenbereich des Projekts beinhaltete die Stärkung der Gemeinschaft. Besonderen Spaß bereitete den Schülern ein Floßfahrt-Spiel. Dabei mussten sie sich auf die Stühle im Klassenzimmer stellen. Sie bestimmten, welcher Stuhl nach und nach weggenommen werden durfte. Durch geschicktes Ausbalancieren und guten Teamgeist schaffte es eine Klasse sogar, mit der Hälfte der Stühle auszukommen. „Die Klassengemeinschaft wurde entscheidend gestärkt“, bestätigte Lehrer Ingo Kiefl.


Nur als Team besteht man bei der „Floßfahrt auf dem reißenden Fluss“.

Viele Schüler waren aber auch sehr betroffen, als sie erfuhren, welche Auswirkungen Mobbing auf das gesamte Leben einzelner Menschen haben kann und dass Mobbing auch in der eigenen Klasse – oft für viele unbemerkt – stattfindet. Die Erkenntnisse aus den verschiedenen Spielen wurden auf Plakaten festgehalten, um so nachhaltig für ein konfliktfreies Miteinander zu werben. Studienrätin und Organisatorin Alexandra Granda zeigte sich mit dem Verlauf der beiden Vormittage zufrieden: „Die Schüler werden mit schwierigen Situationen konfrontiert und lernen Verhaltensstrategien, die ihnen sicherlich einmal in realen Konfliktsituationen helfen können.”

Das „Rübenziehen“ erforderte von beiden Seiten Kraft und Rücksichtnahme.

Hör mal, wie das klingt – Instrumentenkunde live an der LLR
Österreichischer Profimusiker zu Gast an unserer Realschule

Hubert Dohr – eine Ausnahmefigur der österreichischen Musikszene war zu Gast bei den fünften und sechsten Klassen.
Als absoluter Fachmann für Folkmusik und weitgereister Profimusiker im In- und Ausland gilt er als der Spezialist in Sachen Akustischer Musik.

In seinem ca. einstündigen Vortrag entführte er die Mädchen und Jungen in die Welt der akustischen Seiteninstrumente.
Aber auch Didgeridoo, Dudelsack und Organeto – ein winziges italienisches Akkordeon-  durften dabei nicht fehlen.

Auf unterhaltsame Weise erfuhren die Schüler und Schülerinnen interessante Details zur Geschichte
der jeweiligen Instrumente und bekamen auch einen Eindruck von ihrem Klang.

Zum Schluss des Vortrages gab es für die Kinder die Möglichkeit, dem einen oder anderen Instrument selbst einen Ton zu entlocken.
Dabei hatten alle sichtbaren Spaß am Erstkontakt.

Bleibt zu hoffen, dass durch derartige schulische Aktionen das Interesse am Erlernen eines Instrumentes geweckt wird.

Forum-Theater Wien gastierte an der
Landgraf-Leuchtenberg-Realschule
und führte Lessings „Nathan“ auf

Nathan (r.) (Lars Heinecke) erzählt dem Sultan (Peter Arnt) die Ringparabel.

 

Kann ein über 200 Jahre altes Theaterstück junge Menschen noch fesseln? Das Forum-Theater aus Wien mit seiner Adaption von Gotthold Ephraim Lessings „Nathan der Weise“ erreichte dies am Mittwochvormittag bei den rund 100 Schülern und Schülerinnen der Landgraf-Leuchtenberg-Realschule aus der achten Jahrgangsstufe.

Lessing hat die religiöse Toleranz dem Andersgläubigen gegenüber in den Mittelpunkt seines zeitlosen Theaterstücks gestellt. Der Jude Nathan, der Moslem Sultan Saladin und der christliche Tempelherr schließen am Schluss des Stückes, welches 1187 in Jerusalem spielt, Freundschaft über die Grenzen der Religion hinweg. Der Tempelherr, hat Recha, die Adoptivtochter des reichen jüdischen Kaufmanns, während dessen Abwesenheit aus den Flammen ihres brennenden Hauses gerettet. Zwar weigert sich der Christ zunächst mit dem Juden überhaupt zu reden; nachdem er sich aber in das Mädchen verliebt hat, kommt es doch zum Gespräch der beiden und er erkennt: „Ich habe einen in Euch gefunden, dem es genügt, ein Mensch zu heißen. Wir müssen Freunde werden!“. Am Ende stellt sich heraus, dass Recha und der Tempelherr Geschwister sind und die drei Weltreligionen vereinen sich in einem bewegten Finale der Freundschaft. Das Kernstück des Geschehens bildet die „Ringparabel“. Bei drei völlig gleichen Ringen, die für die drei Religionen stehen, ist es unmöglich die „wahre“ zu erkennen. Als Lehre aus der Parabel bleibt, dass jeder Besitzer „seiner von Vorurteilen freien Liebe mit herzlicher Verträglichkeit, mit Wohltun, mit innigster Ergebenheit in Gott“ nacheifern soll und so die Echtheit des Rings und damit seines Glaubens beweisen kann.

Niemand kann sich, bedingt durch die Medien, den weltweiten Auseinandersetzungen, den Debatten über Krieg und Frieden, über Aussöhnung und Toleranz gegenüber Andersdenkenden entziehen; niemand, auch die Schülerinnen und Schüler nicht.

In eindrucksvoller Weise schafften es die Akteure, den Kern des Dramas, die religiöse Toleranz dem Andersgläubigen gegenüber, den Schülern und Schülerinnen zu vermitteln. In einer vereinfachten Textfassung wurden die Charaktere klar umrissen, so dass das junge Publikum der Handlung gut folgen konnte.

Der humoristische Touch, mit dem die Theatergruppe das Stück versah, ließ die Aufführung sowohl für die Schüler und Schülerinnen als auch für die Lehrkräfte zu einem „kulturellen Schmankerl“ werden.


Klosterbruder (r.) (Peter Arnt) und Tempelherr (l.) (Valentin Haiden) im Gespräch.

Recha (r.) (Andrea Ostermann) dankt dem Tempelherrn (Valentin Haiden) für ihre Rettung.

Schicksal eines afghanischen Flüchtlingskinds in Niederbayern mit
„Hamids Tagebuch“
anschaulich nähergebracht

Peter Mühlbauer trug aus „Hamids Tagebuch“ afghanisch-bayerische Geschichten vor.

Für die Schülerinnen und Schüler der fünften bis siebten Jahrgangsstufe der LLR war die Lesung mit dem Osterhofener Schriftsteller und Illustrator Peter Mühlbauer ein ganz besonderes Ereignis: Denn vom Land Afghanistan mit seiner vielfältigen Landschaft und facettenreichen Kultur hatten die allermeisten noch nicht viel gehört.
Mit den Geschichten der Hauptfigur Hamid aus seinem neuesten Buch schaffte es der Autor geschickt, die Alltagserfahrungen des 13-jährigen afghanischen Jungen in Niederbayern mit landeskundlichen und kulturellen Hintergrundinformationen zu verbinden.
Hamid, der in der Ich-Perspektive erzählt, blickt mit einem schelmischen Auge auf seine neue Heimat: „Seit einem Jahr lebe ich in Deutschland, nein, ich lebe in Bayern. Und das ist anders, weil sehr viele Menschen hier nicht Deutsch sprechen. Sie sprechen Bayerisch und das verstehe ich fast gar nicht.
Die Bayern sagen so Sachen wie ´Habedere´oder ´Pfiade´ und meinen damit ´Auf Wiedersehen´.
Das weiß ich schon, aber das ist schon fast alles, was ich von dieser ´grausamen´ Sprache verstehe.“

Besondere Förderung erfährt Hamid durch seinen Lehrer, Herrn Raudaschl. Er schenkt ihm ein Buch mit leeren Seiten und fordert ihn auf, sein Leben aufzuschreiben. Schließlich korrigiert er alles. Im Unterricht zumindest spricht Herr Raudaschl Hochdeutsch. „Da verstehe ich schon viel“, schreibt Hamid in sein Tagebuch, „nicht alle Lehrer machen das so und das macht mich traurig, weil ich fast nichts in Bayerisch verstehe und ich mich noch fremder hier fühle als sonst.
Das ist wie wenn man einen Film in Russisch ohne Untertitel anschaut und man kein Wort Russisch kann.“
Neben den humorvollen Begebenheiten und Erlebnissen stellt Peter Mühlbauer tragische und traurige Ereignisse dar, wie die von der Flucht aus Afghanistan, bei der Hamid seinen Bruder aus den Augen verliert. Die Ungewissheit über dessen Schicksal zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Buch. Heiterkeit löste indes bei den Zuhörern die Geschichte über die missglückten Annäherungsversuche Hamids zu einer hübschen Mitschülerin aus.

Erstaunt waren die Schülerinnen und Schüler der LLR über die ungewöhnliche Art des Drachensteigens bei afghanischen Kindern. Dabei geht es darum, mit einer mit Glasstaub präparierten scharfen Schnur seinen Drachen so zu lenken, dass er die Schnüre der anderen Drachen abschneiden kann.
In einer anderen Geschichte erzählte Peter Mühlbauer wie Hamid blitzschnell das Kartenspiel „Watten“ lernt. Der junge Afghane erfährt zudem, dass in sehr vielen Gerichten Schweinefleisch enthalten ist und dass seine Angst vor dem Krampus, der ihn an die Taliban erinnert, völlig unnötig ist.

Mit seinen facettenreichen Illustrationen gab der Osterhofener Schriftsteller einen Einblick in das faszinierende Land. Über Afghanistan sagte er: „Es ist ein wunderschönes Land, aber leider gibt es viele dort viele Probleme.“ Bei den Menschen sei eine große Sehnsucht nach Freiheit und Frieden zu spüren. Ein Bild zeigte einen alten Mann aus Afghanistan mit Bart, ein anderes eine typisch afghanische Landschaft.
Das Bild „Skateistan“ gibt eine Bewegung in den großen Städten wieder: Jetzt sind viele junge Leute – auch Mädchen – mit dem Skateboard unterwegs. Erst in den letzten Jahren hat Peter Mühlbauer unter anderem Dari gelernt, einen Dialekt des Arabischen, den viele der Flüchtlinge aus Afghanistan und Syrien sprechen.
Mühlbauer ließ die Schülerinnen und Schüler mitfühlen, wie es Hamid in unserem Kulturkreis ergeht und welche Erfahrungen ein Flüchtling macht, wenn er an unseren Kulturkreis herangeführt wird. Mit der Lesung an der LLR ist es Peter Mühlbauer gelungen, eine Brücke zwischen der deutschen und der afghanischen Kultur zu schlagen und das Leben in Deutschland einmal aus der Perspektive eines Flüchtlingskindes erleben zu lassen.

Seine eindrucksvollen Bilder faszinierten die Schülerinnen und Schüler aus der Klasse 5b.

Der Krampus erschreckt nur die Kinder – er ist kein Taliban.

CHRISTINA HAVERKAMP berichtet
über ihren Einsatz für die
YANOMAMI Indianer

Mit einem Vortrag über die Yanomami in Nordbrasilien und Venezuela hat die Menschenrechtlerin Christina Haverkamp die Schülerinnen und Schüler der fünften bis siebten Klassen der LLR in ihren Bann gezogen.
Mit eindrucksvollen Bildern und erlebnisreichen Schilderungen berichtete Haverkamp von ihrem oftmals abenteuerlichen Einsatz für eines der letzten Naturvölker unserer Erde.
„Wheti wa wa hu?“ ist Yanomamé und heißt auf Deutsch: „Wie heißt du?“
Doch diese Frage wird längst nicht mehr gestellt, wenn Christina Haverkamp aus Schleswig-Holstein zu den Yanomami-Indianern in den Regenwald reist.
Sie ist seit vielen Jahren von ihnen akzeptiert und lebt bei ihnen wie ein richtiges Stammesmitglied.
Die Menschenrechtsaktivistin, die sich seit 1990 für das bedrohte Indianervolk der Yanomami einsetzt, zeigte mit ihren aussagekräftigen Fotos, wie sich mit ihrer Hilfe die Lebenssituation vor Ort entscheidend verbessern ließ.
Ihren Beruf als Sport- und Mathematiklehrerin hat sie längst aufgegeben, um sich mit selbstlosem Engagement und außerordentlichem Mut für das Überleben dieses Naturvolkes einzusetzen.
Das Unrecht und die soziale Not begann in den 80er Jahren, als Goldfunde im Gebiet der Yanomami bekannt wurden. Schnell waren es über 65 000 Goldsucher, die in den Urwald der Indianer eindrangen, ihre Wälder rodeten, sie aus ihren Dörfern vertrieben oder gar ermordeten.
Die Goldsucher verseuchten im Zuge der Goldgewinnung die Flüsse mit Quecksilber und somit auch die Nahrung und das Trinkwasser. Durch nun brachliegende Sümpfe entstanden Brutstätten für Malaria-Mücken, denen die Indianer ab jetzt schutzlos ausgeliefert sind. Die brasilianische Regierung deckte den illegalen Raubbau zunächst.
Zur 500-Jahr-Feier der Entdeckung Amerikas überquerte Haverkamp mit dem Aktivisten Rüdiger Nehberg den Atlantik spektakulär auf einem selbstgebastelten Bambusfloß, um zugleich auf „500 Jahre Völkermord an den Naturvölkern“ aufmerksam zu machen.
Durch die Medienpräsenz wuchs der Druck auf die Regierungen und die Weltöffentlichkeit erfuhr von den anhaltenden Menschenrechtsverletzungen.

Ab diesem Zeitpunkt war für Christina Haverkamp klar, dass sie ihr Leben nur noch dem Volk der Yanomami widmen würde. Sie gründete den Verein Yanomami-Hilfe und baute gemeinsam mit anderen Mitstreitern bereits drei Krankenstationen und vier Schulen mit auf.
Die Indianer werden unter anderem darüber unterrichtet, welche Rechte sie haben. Mit Geldern der Yanomami-Hilfe e.V. kaufte sie Moskitonetze und Mikroskope für die Früherkennung von Tuberkulose. Außerdem brachte sie Sprechfunkgeräte in den Regenwald, damit sich die entlegenen Indianerstämme gegenseitig vor den herannahenden Goldsuchern schützen können.

Die Schülerinnen und Schüler erfuhren detailliert, welche Bräuche es bei den Indianern gibt, in welchen Dorfgemeinschaften sie leben und wie die Kindererziehung gestaltet wird.
Außerdem lernten sie, dass das Küssen zwischen Paaren dort völlig unbekannt ist, da Zierstöckchen im Gesicht dies auch verhindern würde.
Gespannt verfolgten sie, dass die Yanomami ihre Toten immer verbrennen und schließlich die Aschenreste in Bananenbrei reihum aufessen.

Nachdem einige Fragen der Schülerinnen und Schüler am Ende des Vortrages beantwortet waren, äußerte Christina Haverkamp den Wunsch, dass die Yanomami endlich menschenwürdig behandelt werden.

Erst kürzlich hatte Papst Franziskus bei seiner Auslandsreise nach Südamerika betont, dass die Identität und das Fortbestehen der indigenen Völker weltweit geschützt werden müsse. Die zunehmende Globalisierung und die wirtschaftliche Ausbeutung des Regenwaldes zerstörten die natürlichen Ressourcen dieser Völker, die noch ursprünglich und weitgehend im Einklang mit der Natur leben möchten. Diese Völker, sagte Papst Franziskus, verdienten unseren Respekt und unsere Achtung.
Für die Bewahrung der Schöpfung einzutreten, müsse ein wichtiges Anliegen aller Menschen sein.

Christine Haverkamp demonstrierte eindrucksvoll, welchen Beitrag sie für die Bewahrung der Umwelt der Yanomami bereits geleistet hat.
Am Schluss stellte sie den Schülerinnen und Schüler die Frage, wer sich ein ähnliches Engagement nach dem Schulabschluss vorstellen könne. Viele Kinder meldeten sich und dies war die Bestätigung dafür, dass die Schülerinnen und Schüler sehr berührt waren von dem abwechslungsreichen Vortrag, den ergreifenden Bildern und dem selbstlosen Einsatz von Christina Haverkamp. Sie würde sich freuen, wenn die Verbundenheit mit den Yanomami durch ein Spendenprojekt gezeigt werden könne.

Bericht: Daniel Greilich und
Marianne Wiesmann-Stock

Der satanarchöolügenialkohöllische Wunschpunsch

Michael Endes Kinderbuch als amüsantes Bühnenstück begeisterte die Schüler

Nur noch wenige Stunden bleiben den Bösewichten Professor Beelzebub Irrwitzer (Ansgar Wilk) und seiner Tante, der GeldhexeTyrannia „Tyti“ (Verena Konietschke), um ihr Soll an bösen Taten bis zum Jahreswechsel zu erfüllen: Zehn Tierarten aussterben lassen, Flüsse vergiften, eine neue Seuche ausbrechen lassen, die Jahreszeiten durcheinander bringen und das Klima manipulieren. So steht es im Vertrag mit der Unterwelt, auf dessen Erfüllung Maledictus Made (Jürgen Füser) am Anfang des Stücks vehement pocht. Für die Bösewichteist ein Rezept für den Wunschpunsch die letzte Rettung. Denn mit Hilfe dieses Gebräus können sie die Forderungen vor Mitternacht noch erfüllen.

Verzweifelt sucht der Professor zunächst alleine nach einer Möglichkeit, sein Soll an Übeltaten zu erreichen. Mit seinem „Elixier No. 92“ hatte er keinen durchschlagenden Erfolg. Er ist sich sicher, Menschen machen alles mit, aber die Tiere haben Verdacht geschöpft, dass er die Welt Stück für Stück zerstören will. Sie haben bereits bemerkt, dass die natürliche Ordnung durcheinander geraten ist. Seinen Kater Maurizio di Mauro (Annalena Lipp) hat er als Spion im Haus entlarvt. Der Kater ist Mitglied im Geheimrat der Tiere, dessen Ziel es ist, den Urheber für die unnatürlichen Verhältnisse auszumachen.

Tante „Tyti“ ist ebenfalls in großer Bedrängnis, da sie mit den Geldzahlungen, die sie der Unterwelt leisten muss, in Verzug geraten ist. Sie macht sich auf den Weg zu Professor Beelzebub Irrwitzer, ihrem Neffen. Sie hat aus dem Erbe des Großvaters lediglich den ersten Teil der Rolle des Rezepts vom satanarchäolügenialkohöllischen Wunschpunsch, einem Zauberelixier, der ihr zur Rettung ihrer  finanziellen Probleme verhelfen soll. Der zweite Teil des Rezepts befindet sich im Besitz des Professors, demmit dem Rezeptteil von Tante „Tyti“auch geholfen wäre. Mit der vollständigen Rolle als Vorlage könnten sie den Wunschpunsch ansetzen. Mit Glamour und großem Selbstbewusstsein erscheint die Tante im Zuschauerraum und verschenkt zur Überraschung der Schüler Lottoscheine. Somit wird ihre materialistische Lebenseinstellung deutlich gemacht. Ihr Haustier, der ruppige und kränkliche Rabe Jakob Krakel (Lisa Wittemer),ist ebenfalls ein Spion des Geheimrats der Tiere. Nach anfänglicher tierischer Auseinandersetzung erkennen Katze Maurizio und RabeJakob ihr gemeinsames Ziel. Ihnen bleibt nur wenig Zeit. Der Rabe stellt die Frage: „Warum haben immer die Bösen die Macht auf der Welt und so selten die Guten?“ BeimGedankenaustausch verbrüdern sich beide, erzählen von ihrer Kindheit und vom Traum ihres Lebens. Inzwischen haben die Bösewichte ihr Schriftstück zusammengefügt und den Wunschpunsch gebraut. Jedes in der Silvesternacht geleerte Glas wird dieErfüllung eines bösen Wunsches möglich machen. Allerdings müssen „gute Wünsche“ geäußert werden, die sich mit dem Glockenschlag um Mitternacht in das Gegenteil verkehren sollen. Die verbündeten Tiere haben einen genialen Plan: Sie möchten die Glocken der Kathedrale vorzeitig läuten lassen, damit die guten Wünsche nicht ins Gegenteil verwandelt werden können. Die Durchführung ihres Plans erweist sich jedoch schwierig. Der heilige Silvester I.(Jürgen Füser) erfährt von ihrem Vorhaben und verbietet ihnen, das Mitternachtsgeläut vorzeitig erklingen zu lassen. Er rettet ihren Plan dennoch und schenkt ihnen einen eingefrorenen Ton des Mitternachtsgeläuts, den sie als weitere Zutat in den Trank geben sollen, ohne dass die Bösewichte dies bemerken. Den Tieren gelingt es, ihr Ansinnen umzusetzen. Die beiden Zauberer leeren Glas um Glas und wünschen der Welt mit jedem Trinkzugaus dem satanarchäolügenialkohöllischenWunschpunsch alles mögliche Gute. Sturzbetrunken wünschen sie auch ihren beiden Haustieren Gesundheit und erfüllen unbeabsichtigt deren Lebenswünsche. Die Bösewichte bemerken die Realität zu spät. Der Punsch ist aufgebraucht und ihre Zeit ist abgelaufen. Seine höllische ExzellenzMaledictus Made lässt sofort nach Mitternacht die Seelen der Zauberer mit einem Schnipser pfänden. Ihnen stehen Höllenqualen bevor. Die Welt kann in eine neue, glänzende Zukunft blicken und nicht nur die Tiere können vor Glück tanzen. Die geplante Zerstörung der Welt wird verhindert.

Den Schauspielern der Neuen Werkbühne München ist es gelungen, mit ihrer Aufführung von Michael Endes „Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch“ zwei Schulstunden lang die Realschüler der LLR in ihren Bann zu ziehen. Die abwechslungsreichen Veränderungen des Bühnenbildes, die sagenhaftenLichteffekte und nicht zuletzt die passenden Musikeinspielungen durch Gudrun Wilk rundeten die fulminante Darbietung ab und rissen zudem die Schüler zu lang anhaltendem Applaus hin. Auf einen nächsten Besuch in der Zukunft freuen sich heute schon alle Schüler und Lehrer.