Der satanarchöolügenialkohöllische Wunschpunsch

Michael Endes Kinderbuch als amüsantes Bühnenstück begeisterte die Schüler

Nur noch wenige Stunden bleiben den Bösewichten Professor Beelzebub Irrwitzer (Ansgar Wilk) und seiner Tante, der GeldhexeTyrannia „Tyti“ (Verena Konietschke), um ihr Soll an bösen Taten bis zum Jahreswechsel zu erfüllen: Zehn Tierarten aussterben lassen, Flüsse vergiften, eine neue Seuche ausbrechen lassen, die Jahreszeiten durcheinander bringen und das Klima manipulieren. So steht es im Vertrag mit der Unterwelt, auf dessen Erfüllung Maledictus Made (Jürgen Füser) am Anfang des Stücks vehement pocht. Für die Bösewichteist ein Rezept für den Wunschpunsch die letzte Rettung. Denn mit Hilfe dieses Gebräus können sie die Forderungen vor Mitternacht noch erfüllen.

Verzweifelt sucht der Professor zunächst alleine nach einer Möglichkeit, sein Soll an Übeltaten zu erreichen. Mit seinem „Elixier No. 92“ hatte er keinen durchschlagenden Erfolg. Er ist sich sicher, Menschen machen alles mit, aber die Tiere haben Verdacht geschöpft, dass er die Welt Stück für Stück zerstören will. Sie haben bereits bemerkt, dass die natürliche Ordnung durcheinander geraten ist. Seinen Kater Maurizio di Mauro (Annalena Lipp) hat er als Spion im Haus entlarvt. Der Kater ist Mitglied im Geheimrat der Tiere, dessen Ziel es ist, den Urheber für die unnatürlichen Verhältnisse auszumachen.

Tante „Tyti“ ist ebenfalls in großer Bedrängnis, da sie mit den Geldzahlungen, die sie der Unterwelt leisten muss, in Verzug geraten ist. Sie macht sich auf den Weg zu Professor Beelzebub Irrwitzer, ihrem Neffen. Sie hat aus dem Erbe des Großvaters lediglich den ersten Teil der Rolle des Rezepts vom satanarchäolügenialkohöllischen Wunschpunsch, einem Zauberelixier, der ihr zur Rettung ihrer  finanziellen Probleme verhelfen soll. Der zweite Teil des Rezepts befindet sich im Besitz des Professors, demmit dem Rezeptteil von Tante „Tyti“auch geholfen wäre. Mit der vollständigen Rolle als Vorlage könnten sie den Wunschpunsch ansetzen. Mit Glamour und großem Selbstbewusstsein erscheint die Tante im Zuschauerraum und verschenkt zur Überraschung der Schüler Lottoscheine. Somit wird ihre materialistische Lebenseinstellung deutlich gemacht. Ihr Haustier, der ruppige und kränkliche Rabe Jakob Krakel (Lisa Wittemer),ist ebenfalls ein Spion des Geheimrats der Tiere. Nach anfänglicher tierischer Auseinandersetzung erkennen Katze Maurizio und RabeJakob ihr gemeinsames Ziel. Ihnen bleibt nur wenig Zeit. Der Rabe stellt die Frage: „Warum haben immer die Bösen die Macht auf der Welt und so selten die Guten?“ BeimGedankenaustausch verbrüdern sich beide, erzählen von ihrer Kindheit und vom Traum ihres Lebens. Inzwischen haben die Bösewichte ihr Schriftstück zusammengefügt und den Wunschpunsch gebraut. Jedes in der Silvesternacht geleerte Glas wird dieErfüllung eines bösen Wunsches möglich machen. Allerdings müssen „gute Wünsche“ geäußert werden, die sich mit dem Glockenschlag um Mitternacht in das Gegenteil verkehren sollen. Die verbündeten Tiere haben einen genialen Plan: Sie möchten die Glocken der Kathedrale vorzeitig läuten lassen, damit die guten Wünsche nicht ins Gegenteil verwandelt werden können. Die Durchführung ihres Plans erweist sich jedoch schwierig. Der heilige Silvester I.(Jürgen Füser) erfährt von ihrem Vorhaben und verbietet ihnen, das Mitternachtsgeläut vorzeitig erklingen zu lassen. Er rettet ihren Plan dennoch und schenkt ihnen einen eingefrorenen Ton des Mitternachtsgeläuts, den sie als weitere Zutat in den Trank geben sollen, ohne dass die Bösewichte dies bemerken. Den Tieren gelingt es, ihr Ansinnen umzusetzen. Die beiden Zauberer leeren Glas um Glas und wünschen der Welt mit jedem Trinkzugaus dem satanarchäolügenialkohöllischenWunschpunsch alles mögliche Gute. Sturzbetrunken wünschen sie auch ihren beiden Haustieren Gesundheit und erfüllen unbeabsichtigt deren Lebenswünsche. Die Bösewichte bemerken die Realität zu spät. Der Punsch ist aufgebraucht und ihre Zeit ist abgelaufen. Seine höllische ExzellenzMaledictus Made lässt sofort nach Mitternacht die Seelen der Zauberer mit einem Schnipser pfänden. Ihnen stehen Höllenqualen bevor. Die Welt kann in eine neue, glänzende Zukunft blicken und nicht nur die Tiere können vor Glück tanzen. Die geplante Zerstörung der Welt wird verhindert.

Den Schauspielern der Neuen Werkbühne München ist es gelungen, mit ihrer Aufführung von Michael Endes „Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch“ zwei Schulstunden lang die Realschüler der LLR in ihren Bann zu ziehen. Die abwechslungsreichen Veränderungen des Bühnenbildes, die sagenhaftenLichteffekte und nicht zuletzt die passenden Musikeinspielungen durch Gudrun Wilk rundeten die fulminante Darbietung ab und rissen zudem die Schüler zu lang anhaltendem Applaus hin. Auf einen nächsten Besuch in der Zukunft freuen sich heute schon alle Schüler und Lehrer.

Afrikanischer Geschichtenerzähler in der Aula

Tormenta Jobarteh zog die Schüler in seinen Bann

In der vollbesetzten Aula hat der afrikanischen Geschichtenerzähler Tormenta Jobarteh die Schüler der 5. bis 7.Klassen in seinen Bann gezogen. Mit dabei hatte der Erzähler eine Kora, eine 21-saitige Harfenlaute, die aus einem afrikanischen Kürbis gebaut wird.

Seine erste Geschichte handelte von einem armen Bauern, der eine wunderschöne Mango findet und sie seinem König als Geschenk überreicht. Der König freut sich sehr darüber und überrascht den heimgehenden Bauern, indem er ihm sein schönstes Pferd schenkt. Ein reicher Kaufmann hört von dem großzügigen Geschenk des Königs und stellt sich die Frage, was der König ihm schenken würde, wenn er ihm sein bestes Pferd schenkte. Er setzt sein Vorhaben um und muss feststellen, dass der König nicht vorhat, eine Gegenleistung zu erbringen. Der König nimmt seinen Unmut wahr und schenkt ihm daraufhin die Mango. Für den König ist es ein kostbares Geschenk, denn er hat die Mango von einem Menschen erhalten, der keine Gegenleistung erwartet hatte. Der Kaufmann wirft sie verächtlich weg. Daraufhin lässt der König den Kaufmann aus seinem Palast werfen und erklärt, dass ein Geschenk nur so viel wert sei, wie das Herz von dem, der etwas schenkt. Doch nicht nur mit Geschichten begeisterte Tormenta Jobarteh, sondern auch mit Gesangs- und Trommeleinlagen, bei der er auch die Schüler mit einbezog. Mit dem bekannten afrikanischen Lied „Waka Waka“, das durch die kolumbianische Sängerin Shakira weltweit bekannt wurde, brachte er die Aula vollends zum Kochen. Mit exotischen Instrumenten imitierte Jobarteh Geräusche eines Unwetters mit brausendem Wind und nahm das Publikum wie durch einen Zauber mit in den afrikanischen Busch. Dort trifft ein hungriger Jäger in einer Höhle auf eine Hexe und bekommt es mit drei versteckten Teufeln zu tun. Auf der Flucht ins Dorf schleudert er einen Stein nach dem Teufel, der in abertausende winzige Teufelchen zerspringt – genau die Teufelchen, die bis zum heutigen Tage die Menschen ärgern. „Wer kennt es nicht, wenn der Radiergummi oder die Schlüssel einfach nicht zu finden sind?“, fragte der Geschichtenerzähler die Schüler. Die Geschichte von Anansi, der arbeitsmüden Spinne, fand bei den jungen Zuhörern großen Anklang. Anansi gibt vor, sterbenskrank zu sein. Er hat einen letzten Wunsch: Wenn er stirbt, will er in einem Loch in seinem Yams-Feld – ähnlich einem Kartoffelacker – begraben werden, mitsamt einem Ofen, einem Topf und Öl, damit er in der anderen Welt seine Yams genießen kann. Frau und Kinder erfüllen ihm den Wunsch. Doch als es dunkel wird, kommt der tot geglaubte Anansi aus seinem Grab, um sich Nacht für Nacht sein Essen zuzubereiten. Mit der Zeit fehlen immer mehr Yams auf dem Feld. Dies bemerkt auch seine Frau und so stellt sie dem Yams-Räuber eine Falle, indem sie eine mit Leim beschmierte Vogelscheuche aufstellt.

In der Nacht geht Anansi wieder auf das Feld, um Yams zu ernten. Er sieht die Vogelscheuche und empört sich sogleich über den vermeintlichen Eindringling. Nachdem gutes Zureden keinen Erfolg zeigte, wird Anansi handgreiflich und möchte die Vogelscheuche mit Fußtritten aus seinem Yamsfeld vertreiben. Durch den auf der Vogelscheuche aufgebrachten Leim, bleiben seine Spinnenbeine allerdings an der Vogelscheuche kleben. Am nächsten Morgen findet ihn seine Frau und kann ihren Augen nicht trauen: Ihr tot geglaubter Mann lebt in Wirklichkeit und hatte sich alles nur ausgedacht. „Gute Frau, ich kann dir alles erklären“, versucht Anansi seine aufgebrachte Frau zu beschwichtigen – jedoch ohne Erfolg. Der aufgedeckte Schwindel ist für alle Spinnen eine Schmach. Noch heute schämen sich alle Spinnen, so dass sie sich in den Ecken verkriechen, lautet die Quintessenz dieser Geschichte. Nach der „Body-Percussion“, bei der alle Schüler ihren Körper als „Instrumente“ einsetzten, erzählte Jobarteh von einem großherzigen König, der einer Löwin hilft und von dem majestätischen Tier ein besonderes Geschenk bekommt: eine Melone, die köstlichste Frucht, die der König je genossen hatte. Die letzte Geschichte handelte von einem Markthändler in Gambia, der lauthals ein Hühnchen für 100 Goldstücke anpreist. Was das Hühnchen denn kann, wenn es so viel kostet, wird er gefragt. Das Hühnchen kann sprechen. Dann verlangt ein anderer Händler für einen Truthahn sogar 200 Goldstücke. Was der Truthahn kann? Er kann zuhören, so die Schlusspointe. Mit Tormenta Jobarteh erlebten die Schüler einen kurzweiligen und stimmungsdichten Vormittag, der ihnen in Erinnerung bleiben wird.

Erinnerung an Flucht und Vertreibung

Schüler der zehnten Jahrgangsstufe setzen sich mit deutscherNachkriegsgeschichte auseinander 

Auch 71 Jahre nach der Vertreibung zahlreicher Deutscher aus ihrer Heimat in Schlesien ist das Thema Flucht und Vertreibung aktuell. Die Zehntklässler hatten sichmit dem geschichtlichen Ablauf und mit Einzelschicksalen der Flüchtlinge im Jahre 1945 beschäftigt. Ein besonderer Höhepunkt war hierbei der Vortrag von Hans-Ulrich Schneider, einem Zeitzeugen, der eindrucksvoll seine Erinnerungen an die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg schilderte. Facettenreich und anschaulich führte er den Schülern die einzelnen Stationen seiner Flucht und die Schwierigkeiten bei der Ankunft in der neuenHeimat in derOberpfalz vor Augen. Was es bedeutet, in einer Diktatur zu leben, verdeutlichte Schneider gleich zu Beginn seiner Ausführungen. Mit Äußerungen zur politischen oder militärischen Lage mussten die Menschen damals sehr vorsichtig sein.Die älteren Familienmitglieder überlegten sich genau,was sie nicht nur öffentlich, sondern auch in der Familie sagten. Denn unbedachte Äußerungen konnten leicht von den Kindern nach außen getragen werden und zu ernstenKonsequenzen führen. Überall hatten die Spitzel und die Gestapo (Geheime Staatspolizei) ihreOhren offen. Schneiders Mutter und seine Schwester verständigten sich in einerArtGeheimsprache, die nur sie verstehen konnten. „Sie redeten über die Flucht aus Breslau, den Vormarsch der Roten Armee, die 150 Kilometer vor Breslau stand“, bilanzierte Schneider. Es waren alles Themen, die er als kleiner Junge nichtmitbekommen sollte. DieWehrmacht leistete heftigen Widerstand gegen den Einmarsch der sowjetischen Truppen. „Nicht unbedingt aus Begeisterung zu Hitler, sondern auch, um Frauen und ihren Angehörigen Raum und Zeit zur Flucht zu geben“, erklärte Schneider. Die Situation in seiner Heimatstadt Breslau war sehr schwierig. Die Menschen durften nicht mehr aus der Stadt heraus, denn der damaligeGauleiterKarlAugustHankewollte, dassBreslau zur Festung ausgebaut wird. Alte Männer wurden mit Schaufeln und Pickeln ausgestattet, damit diese einen Panzergraben rund um die Stadt ausheben sollten. Die Vorstellung, damit die gegnerischen Panzer aufhalten zu können, sei sehr naiv gewesen. Die Gauleiter wurden in dieser Phase des Krieges oft zu Verteidigungskommissaren ernannt, mit weitreichenden Machtbefugnissen. Karl AugustHanke nutzte seine neueMachtfülle gnadenlos aus. Wer sich seinen Anordnungen widersetzte, wurde getötet. Über 1000Hinrichtungen gehen auf sein Konto. Er bekam zurecht den Beinamen „DerHenker von Breslau“. In dieser Situation gelingt es SchneidersMutter, ihreKinder aus der Stadt hinauszubringen. Der Bahnbeamte in Breslau akzeptierte die Begründung, die kranke Oma in Jauer pflegen zu müssen. Dort angekommen, schließen sie sich den Flüchtlingstrecks an, die nach Westen zogen. Detailliert schilderte Schneider seine Flucht im schneereichen und kaltenWinter 1945: „Die Leute nahmen mit, was sie schleppen konnten. Aber mit derZeitwurde vieles zu schwer und wurde liegen gelassen. Die Fährte des Trecks war gekennzeichnet durch Koffer, Schachteln, stehen gelassene Karren, Wägelchen und weggeworfene Kleidung.“ Der Flüchtlingszug war nicht organisiert, es gab keine sanitäre, medizinische Versorgung. Auch eine Verpflegung mit Essen fehlte.Viele ältere und schwächere Menschen, darunter auch Kinder, überstanden diesenGewaltmarsch nicht und wurden von den Familienangehörigen am Wegesrand zurückgelassen. Schließlich kamFamilie Schneider an einem Bahnhof an. Ein Personenzug stand dort abfahrbereit nach Westen, ein Militärzug mit Soldaten zur Front nach Osten. Seine Familie ergatterte einZugabteil dritter Klasse. Alle waren im Abteil, nurHans-Ulrich Schneider fehlte. Er saß im Militärzug. „Wie ich dort hineingekommen bin, weiß ich nicht“, berichtete der Zeitzeuge, „aber dort ging es mir gut. Ich bekamzu essen undwurde von den Soldaten gut behandelt.“ Zum Glück fand ihn seine Mutter doch noch und so konnte die gemeinsame Flucht RichtungWesten weitergehen. Die Gräueltaten sowjetischer Soldaten zeigte Schneider anhand von Bildmaterial auf, ohne zu vergessen darauf hinzuweisen, welche Kapitalverbrechen die deutsche Seite zuvor verübt hatte. „Es waren dieDeutschen, die dieMenschen schlimmer behandelt haben als Tiere“, resümierte Schneider. In Neumarkt kam der Flüchtlingszug an.Zunächstwar es für sie eine große Erleichterung, sichwieder einmal waschen und normale Toiletten benutzen zu können. Kurze Zeit darauf wurde seine Familie auf einen Heuwagen verladen und zu einem Bauernhof in Meilenhofen gefahren. Nach acht Kilometern kamen sie an. Sie wurden jedoch nicht imWohnhaus des Bauern, sondern in einem armseligen Bretterverschlag untergebracht. „Wir hatten nichts. Das einzige, was wir hatten, waren Flöhe, Läuse, die Krätze,Würmer und im Bauernhaus kamen noch die Wanzen hinzu“, erinnerte sich Schneider. Die Mutter schaffte es immer wieder, noch etwas Essbares aufzutreiben. Der Bauer, bei dem sie untergebracht waren, meinte es nicht gut mit ihnen. Beim Essen mit derBauersfamiliewurde aus einer gemeinsamen Schüssel gegessen. Es gab nur sehr einfache,minderwertige Speisen, wie Mehlsuppen. Besseres Essen gab es nicht, obwohl seine Familie mit Lebensmittelkarten dafür bezahlen musste. Die Aufregungwar groß, als seine Mutter eines Tages entdeckte, dass der Bauer heimlich einen Braten aus dem Backrohr holte und die Bäuerin dazu Knödel sowie Sauerkraut nur für die Bauersleute auftischte, nachdem die Familie Schneider bereits mit den Bauern gegessen hatte. Solche Erinnerungen kann man sein Lebtag nicht vergessen – das wurde den Realschülern in aller Deutlichkeit vor Augen geführt. Schneider berichtete auch, wie sein Vater eines Tages aus dem Krieg heimkam und zu seiner Familie zurückfand. Er schilderte, dass dieAmerikaner aufNeumarkt vorrückten und die Stadt völlig zerstörten. Das Verhalten der Amerikaner hat er in sehr negativer Erinnerung. Sein Vater wurde von einem amerikanischen Soldaten brutal misshandelt, als er seine Ausweispapiere nicht vorzeigen konnte. Als Schneider damals als sechsjähriger Junge ein Messer fand, in das ein Hakenkreuz eingraviert war, kam er in große Schwierigkeiten, nachdem ein amerikanischer Soldat dies bei ihm entdeckt hatte. Dieser reagierte heftig, schilderte Schneider: „‘Hands up’, schrie der Soldat. Er hatte inmir tatsächlich einenNazi- Kämpfer gesehen.“Daraufhinwurde Schneider abgeführt und in einen Befehlspanzer verfrachtet. Erst später kamer wieder frei. Die Einheimischen im Ort waren gegenüber den Neuankömmlingen auch oftmals verletzend und grob. Flüchtlingewaren für sie Menschen zweiter Klasse. Erst als Schneidermit seinen Angehörigen in die Stadt Neumarkt gezogen war, verbesserte sich das Leben seiner Familie.Dort haben sich die Amerikaner auch von einer ganz anderen Seite gezeigt. Sie verwalteten die Care-Paket-Organisation und kümmerten sich um dasWohl der Bevölkerung. Schneider betonte: „Es gab aber Leute, auch katholische Priester, die uns sehr geholfen haben.“Gut ist ihmin Erinnerung geblieben, als sie von einer Bäuerin Kesselsuppe und eine Wurst geschenkt bekamen. Nach und nach verbesserte sich auch die Situation der Flüchtlinge. Im Anschluss an den Vortrag stellten die Schüler dem Referenten einige Fragen, die dieser sehr ausführlich beantwortete. Für die Schüler war der Vormittag aufschlussreich, bekamen sie doch aus ersterHand Zeitzeugenberichte über die Folgen des Krieges, von denen man sich keine Vorstellung machen kann.