Das „Pack ma´s“ – Projekt der Leuchtenberg-Realschüler
schafft gegenseitiges Vertrauen

Osterhofen. Das Gewaltpräventionsprojekt „Pack ma’s” gehört seit vielen Jahren zum festen Bestandteil an der Landgraf-Leuchtenberg-Realschule. Die Schüler näherten sich zusammen mit den betreuenden Lehrkräften in Szenenspielen und Diskussionsrunden dem Thema „Gewalt“. Sie beschäftigten sich mit Fragen wie: Was ist Gewalt? Welche Formen von Gewalt gibt es? Wie kann man ihr begegnen bzw. sie verhindern? „Ist eine Ohrfeige ein Gewaltakt? Wird man beim Ärgern von Haustieren zum Gewalttäter und übt ein Metzger beim Schlachten der Tiere Gewalt aus?“ Bei der „Gewaltleiter” ordneten die Schüler konkrete Fälle aus dem Alltagsleben auf einer Zahlenskala von 10 bis 100 an, die von massiver Gewalt bis keine Gewalt reichte, und entdeckten, dass die Einschätzungen ihrer Mitschüler recht unterschiedlich ausfielen. Sie lernten dabei, die beschriebenen Sachverhalte aus der Sicht eines Opfers zu betrachten. Das Opfer entscheidet letztendlich darüber, was Gewalt ist und was nicht.


Die Schüler legten ihre individuellen Einschätzungen auf der „Gewaltleiter“ fest.

Neben der Prävention von Konflikten, Gewalt oder Mobbing ging es darum, das Selbstbewusstsein der einzelnen Schüler und den Gemeinschaftsgeist einer Gruppe zu fördern. Denn in einer intakten Gemeinschaft, in der sich der Einzelne aufgehoben und verstanden fühlt, entstehen seltener Konflikte, die in Gewalt ausarten. Ein Ziel war es, zivilcouragiertes Verhalten zu vermitteln: Wie kann man als Außenstehender anderen in Krisensituationen helfen, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen? Anhand einer fingierten Busfahrt, bei der die Schüler in die Rolle eines bedrängten Opfers bzw. in die eines unbeteiligten Fahrgastes schlüpften, analysierten sie das Verhalten der einzelnen Teilnehmer und erarbeiteten sinnvolle Reaktionsmöglichkeiten des Opfers sowie der außenstehenden Beobachter.


„Wie stark vertraue ich den Mitschülern?“ – die Zugbrücke machte es deutlich.

Beim Thema: „Mein Körper gehört mir“ ging es um Vertrauen und Körperwahrnehmung. Die Schüler erkannten, wie verletzlich der menschliche Körper ist und dass es darauf ankomme, es zu vermeiden, sich in eine Situation eines am Boden liegenden Opfers zu bringen, das keine Kontrolle mehr über sich hat. Ein freiwillig am Boden liegender Schüler entschied darüber, auf welchen Körperteil sich ein von ihm ausgesuchter Schüler stellen durfte. Er hatte dabei immer die Kontrolle über seinen Körper und konnte die Aktion auch jederzeit abbrechen.
Ein weiterer Themenbereich des Projekts beinhaltete die Stärkung der Gemeinschaft. Besonderen Spaß bereitete den Schülern ein Floßfahrt-Spiel. Dabei mussten sie sich auf die Stühle im Klassenzimmer stellen. Sie bestimmten, welcher Stuhl nach und nach weggenommen werden durfte. Durch geschicktes Ausbalancieren und guten Teamgeist schaffte es eine Klasse sogar, mit der Hälfte der Stühle auszukommen. „Die Klassengemeinschaft wurde entscheidend gestärkt“, bestätigte Lehrer Ingo Kiefl.


Nur als Team besteht man bei der „Floßfahrt auf dem reißenden Fluss“.

Viele Schüler waren aber auch sehr betroffen, als sie erfuhren, welche Auswirkungen Mobbing auf das gesamte Leben einzelner Menschen haben kann und dass Mobbing auch in der eigenen Klasse – oft für viele unbemerkt – stattfindet. Die Erkenntnisse aus den verschiedenen Spielen wurden auf Plakaten festgehalten, um so nachhaltig für ein konfliktfreies Miteinander zu werben. Studienrätin und Organisatorin Alexandra Granda zeigte sich mit dem Verlauf der beiden Vormittage zufrieden: „Die Schüler werden mit schwierigen Situationen konfrontiert und lernen Verhaltensstrategien, die ihnen sicherlich einmal in realen Konfliktsituationen helfen können.”

 


Das „Rübenziehen“ erforderte von beiden Seiten Kraft und Rücksichtnahme.

 

Forum-Theater Wien gastierte an der
Landgraf-Leuchtenberg-Realschule
und führte Lessings „Nathan“ auf

Nathan (r.) (Lars Heinecke) erzählt dem Sultan (Peter Arnt) die Ringparabel.

 

Kann ein über 200 Jahre altes Theaterstück junge Menschen noch fesseln? Das Forum-Theater aus Wien mit seiner Adaption von Gotthold Ephraim Lessings „Nathan der Weise“ erreichte dies am Mittwochvormittag bei den rund 100 Schülern und Schülerinnen der Landgraf-Leuchtenberg-Realschule aus der achten Jahrgangsstufe.

Lessing hat die religiöse Toleranz dem Andersgläubigen gegenüber in den Mittelpunkt seines zeitlosen Theaterstücks gestellt. Der Jude Nathan, der Moslem Sultan Saladin und der christliche Tempelherr schließen am Schluss des Stückes, welches 1187 in Jerusalem spielt, Freundschaft über die Grenzen der Religion hinweg. Der Tempelherr, hat Recha, die Adoptivtochter des reichen jüdischen Kaufmanns, während dessen Abwesenheit aus den Flammen ihres brennenden Hauses gerettet. Zwar weigert sich der Christ zunächst mit dem Juden überhaupt zu reden; nachdem er sich aber in das Mädchen verliebt hat, kommt es doch zum Gespräch der beiden und er erkennt: „Ich habe einen in Euch gefunden, dem es genügt, ein Mensch zu heißen. Wir müssen Freunde werden!“. Am Ende stellt sich heraus, dass Recha und der Tempelherr Geschwister sind und die drei Weltreligionen vereinen sich in einem bewegten Finale der Freundschaft. Das Kernstück des Geschehens bildet die „Ringparabel“. Bei drei völlig gleichen Ringen, die für die drei Religionen stehen, ist es unmöglich die „wahre“ zu erkennen. Als Lehre aus der Parabel bleibt, dass jeder Besitzer „seiner von Vorurteilen freien Liebe mit herzlicher Verträglichkeit, mit Wohltun, mit innigster Ergebenheit in Gott“ nacheifern soll und so die Echtheit des Rings und damit seines Glaubens beweisen kann.

Niemand kann sich, bedingt durch die Medien, den weltweiten Auseinandersetzungen, den Debatten über Krieg und Frieden, über Aussöhnung und Toleranz gegenüber Andersdenkenden entziehen; niemand, auch die Schülerinnen und Schüler nicht.

In eindrucksvoller Weise schafften es die Akteure, den Kern des Dramas, die religiöse Toleranz dem Andersgläubigen gegenüber, den Schülern und Schülerinnen zu vermitteln. In einer vereinfachten Textfassung wurden die Charaktere klar umrissen, so dass das junge Publikum der Handlung gut folgen konnte.

Der humoristische Touch, mit dem die Theatergruppe das Stück versah, ließ die Aufführung sowohl für die Schüler und Schülerinnen als auch für die Lehrkräfte zu einem „kulturellen Schmankerl“ werden.


Klosterbruder (r.) (Peter Arnt) und Tempelherr (l.) (Valentin Haiden) im Gespräch.

 


Recha (r.) (Andrea Ostermann) dankt dem Tempelherrn (Valentin Haiden) für ihre Rettung.

 

 

 

Schicksal eines afghanischen
Flüchtlingskinds in Niederbayern
mit
„Hamids Tagebuch“
anschaulich nähergebracht

Peter Mühlbauer trug aus „Hamids Tagebuch“ afghanisch-bayerische Geschichten vor.

Für die Schülerinnen und Schüler der fünften bis siebten Jahrgangsstufe der LLR war die Lesung mit dem Osterhofener Schriftsteller und Illustrator Peter Mühlbauer ein ganz besonderes Ereignis: Denn vom Land Afghanistan mit seiner vielfältigen Landschaft und facettenreichen Kultur hatten die allermeisten noch nicht viel gehört.
Mit den Geschichten der Hauptfigur Hamid aus seinem neuesten Buch schaffte es der Autor geschickt, die Alltagserfahrungen des 13-jährigen afghanischen Jungen in Niederbayern mit landeskundlichen und kulturellen Hintergrundinformationen zu verbinden.
Hamid, der in der Ich-Perspektive erzählt, blickt mit einem schelmischen Auge auf seine neue Heimat: „Seit einem Jahr lebe ich in Deutschland, nein, ich lebe in Bayern. Und das ist anders, weil sehr viele Menschen hier nicht Deutsch sprechen. Sie sprechen Bayerisch und das verstehe ich fast gar nicht.
Die Bayern sagen so Sachen wie ´Habedere´oder ´Pfiade´ und meinen damit ´Auf Wiedersehen´.
Das weiß ich schon, aber das ist schon fast alles, was ich von dieser ´grausamen´ Sprache verstehe.“

Besondere Förderung erfährt Hamid durch seinen Lehrer, Herrn Raudaschl. Er schenkt ihm ein Buch mit leeren Seiten und fordert ihn auf, sein Leben aufzuschreiben. Schließlich korrigiert er alles. Im Unterricht zumindest spricht Herr Raudaschl Hochdeutsch. „Da verstehe ich schon viel“, schreibt Hamid in sein Tagebuch, „nicht alle Lehrer machen das so und das macht mich traurig, weil ich fast nichts in Bayerisch verstehe und ich mich noch fremder hier fühle als sonst.
Das ist wie wenn man einen Film in Russisch ohne Untertitel anschaut und man kein Wort Russisch kann.“
Neben den humorvollen Begebenheiten und Erlebnissen stellt Peter Mühlbauer tragische und traurige Ereignisse dar, wie die von der Flucht aus Afghanistan, bei der Hamid seinen Bruder aus den Augen verliert. Die Ungewissheit über dessen Schicksal zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Buch. Heiterkeit löste indes bei den Zuhörern die Geschichte über die missglückten Annäherungsversuche Hamids zu einer hübschen Mitschülerin aus.

Erstaunt waren die Schülerinnen und Schüler der LLR über die ungewöhnliche Art des Drachensteigens bei afghanischen Kindern. Dabei geht es darum, mit einer mit Glasstaub präparierten scharfen Schnur seinen Drachen so zu lenken, dass er die Schnüre der anderen Drachen abschneiden kann.
In einer anderen Geschichte erzählte Peter Mühlbauer wie Hamid blitzschnell das Kartenspiel „Watten“ lernt. Der junge Afghane erfährt zudem, dass in sehr vielen Gerichten Schweinefleisch enthalten ist und dass seine Angst vor dem Krampus, der ihn an die Taliban erinnert, völlig unnötig ist.

Mit seinen facettenreichen Illustrationen gab der Osterhofener Schriftsteller einen Einblick in das faszinierende Land. Über Afghanistan sagte er: „Es ist ein wunderschönes Land, aber leider gibt es viele dort viele Probleme.“ Bei den Menschen sei eine große Sehnsucht nach Freiheit und Frieden zu spüren. Ein Bild zeigte einen alten Mann aus Afghanistan mit Bart, ein anderes eine typisch afghanische Landschaft.
Das Bild „Skateistan“ gibt eine Bewegung in den großen Städten wieder: Jetzt sind viele junge Leute – auch Mädchen – mit dem Skateboard unterwegs. Erst in den letzten Jahren hat Peter Mühlbauer unter anderem Dari gelernt, einen Dialekt des Arabischen, den viele der Flüchtlinge aus Afghanistan und Syrien sprechen.
Mühlbauer ließ die Schülerinnen und Schüler mitfühlen, wie es Hamid in unserem Kulturkreis ergeht und welche Erfahrungen ein Flüchtling macht, wenn er an unseren Kulturkreis herangeführt wird. Mit der Lesung an der LLR ist es Peter Mühlbauer gelungen, eine Brücke zwischen der deutschen und der afghanischen Kultur zu schlagen und das Leben in Deutschland einmal aus der Perspektive eines Flüchtlingskindes erleben zu lassen.

 

Seine eindrucksvollen Bilder faszinierten die Schülerinnen und Schüler aus der Klasse 5b.

Der Krampus erschreckt nur die Kinder – er ist kein Taliban.

Erinnerung an Flucht und Vertreibung

Schüler der zehnten Jahrgangsstufe setzen sich mit deutscher Nachkriegsgeschichte auseinander 

Auch 71 Jahre nach der Vertreibung zahlreicher Deutscher aus ihrer Heimat in Schlesien ist das Thema Flucht und Vertreibung aktuell.
Die Zehntklässler hatten sich mit dem geschichtlichen Ablauf und mit Einzelschicksalen der Flüchtlinge im Jahre 1945 beschäftigt.

Ein besonderer Höhepunkt war hierbei der Vortrag von Hans-Ulrich Schneider, einem Zeitzeugen, der eindrucksvoll seine Erinnerungen an die
Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg schilderte. Facettenreich und anschaulich führte er den Schülern die einzelnen Stationen seiner Flucht und die
Schwierigkeiten bei der Ankunft in der neuen Heimat in der Oberpfalz vor Augen. Was es bedeutet, in einer Diktatur zu leben, verdeutlichte Schneider
gleich zu Beginn seiner Ausführungen. Mit Äußerungen zur politischen oder militärischen Lage mussten die Menschen damals sehr vorsichtig sein.
Die älteren Familienmitglieder überlegten sich genau, was sie nicht nur öffentlich, sondern auch in der Familie sagten. Denn unbedachte Äußerungen
konnten leicht von den Kindern nach außen getragen werden und zu ernsten Konsequenzen führen. Überall hatten die Spitzel und die
Gestapo (Geheime Staatspolizei) ihre Ohren offen. Schneiders Mutter und seine Schwester verständigten sich in einer Art Geheimsprache, die nur sie verstehen konnten.
„Sie redeten über die Flucht aus Breslau, den Vormarsch der Roten Armee, die 150 Kilometer vor Breslau stand“, bilanzierte Schneider.
Es waren alles Themen, die er als kleiner Junge nicht mitbekommen sollte. Die Wehrmacht leistete heftigen Widerstand gegen den Einmarsch der sowjetischen Truppen.
„Nicht unbedingt aus Begeisterung zu Hitler, sondern auch, um Frauen und ihren Angehörigen Raum und Zeit zur Flucht zu geben“, erklärte Schneider.
Die Situation in seiner Heimatstadt Breslau war sehr schwierig. Die Menschen durften nicht mehr aus der Stadt heraus, denn der damalige Gauleiter Karl August Hanke wollte,
dass Breslau zur Festung ausgebaut wird. Alte Männer wurden mit Schaufeln und Pickeln ausgestattet, damit diese einen Panzergraben rund um die Stadt ausheben sollten.
Die Vorstellung, damit die gegnerischen Panzer aufhalten zu können, sei sehr naiv gewesen. Die Gauleiter wurden in dieser Phase des Krieges oft zu
Verteidigungskommissaren ernannt, mit weitreichenden Machtbefugnissen. Karl August Hanke nutzte seine neue Machtfülle gnadenlos aus.
Wer sich seinen Anordnungen widersetzte, wurde getötet. Über 1000 Hinrichtungen gehen auf sein Konto. Er bekam zurecht den Beinamen „Der Henker von Breslau“.
In dieser Situation gelingt es Schneiders Mutter, ihre Kinder aus der Stadt hinauszubringen. Der Bahnbeamte in Breslau akzeptierte die Begründung,
die kranke Oma in Jauer pflegen zu müssen. Dort angekommen, schließen sie sich den Flüchtlingstrecks an, die nach Westen zogen.
Detailliert schilderte Schneider seine Flucht im schneereichen und kalten Winter 1945: „Die Leute nahmen mit, was sie schleppen konnten.
Aber mit der Zeit wurde vieles zu schwer und wurde liegen gelassen. Die Fährte des Trecks war gekennzeichnet durch Koffer, Schachteln, stehen gelassene Karren,
Wägelchen und weggeworfene Kleidung.“ Der Flüchtlingszug war nicht organisiert, es gab keine sanitäre, medizinische Versorgung. Auch eine Verpflegung mit Essen fehlte.
Viele ältere und schwächere Menschen, darunter auch Kinder, überstanden diesen Gewaltmarsch nicht und wurden von den Familienangehörigen am Wegesrand
zurückgelassen. Schließlich kam Familie Schneider an einem Bahnhof an. Ein Personenzug stand dort abfahrbereit nach Westen, ein Militärzug mit Soldaten zur
Front nach Osten. Seine Familie ergatterte ein Zugabteil dritter Klasse. Alle waren im Abteil, nur Hans-Ulrich Schneider fehlte. Er saß im Militärzug.
„Wie ich dort hinein gekommen bin, weiß ich nicht“, berichtete der Zeitzeuge, „aber dort ging es mir gut. Ich bekam zu essen und wurde von den Soldaten
gut behandelt.“ Zum Glück fand ihn seine Mutter doch noch und so konnte die gemeinsame Flucht Richtung Westen weitergehen.
Die Gräueltaten sowjetischer Soldaten zeigte Schneider anhand von Bildmaterial auf, ohne zu vergessen darauf hinzuweisen, welche Kapitalverbrechen
die deutsche Seite zuvor verübt hatte. „Es waren dieDeutschen, die dieMenschen schlimmer behandelt haben als Tiere“, resümierte Schneider.
In Neumarkt kam der Flüchtlingszug an. Zunächst war es für sie eine große Erleichterung, sich wieder einmal waschen und normale Toiletten benutzen zu können.
Kurze Zeit darauf wurde seine Familie auf einen Heuwagen verladen und zu einem Bauernhof in Meilenhofen gefahren. Nach acht Kilometern kamen sie an.
Sie wurden jedoch nicht im Wohnhaus des Bauern, sondern in einem armseligen Bretterverschlag untergebracht. „Wir hatten nichts.
Das einzige, was wir hatten, waren Flöhe, Läuse, die Krätze,Würmer und im Bauernhaus kamen noch die Wanzen hinzu“, erinnerte sich Schneider.
Die Mutter schaffte es immer wieder, noch etwas Essbares aufzutreiben. Der Bauer, bei dem sie untergebracht waren, meinte es nicht gut mit ihnen.
Beim Essen mit der Bauersfamilie wurde aus einer gemeinsamen Schüssel gegessen. Es gab nur sehr einfache,minderwertige Speisen, wie Mehlsuppen.
Besseres Essen gab es nicht, obwohl seine Familie mit Lebensmittelkarten dafür bezahlen musste. Die Aufregung war groß, als seine Mutter eines Tages entdeckte,
dass der Bauer heimlich einen Braten aus dem Backrohr holte und die Bäuerin dazu Knödel sowie Sauerkraut nur für die Bauersleute auftischte,
nachdem die Familie Schneider bereits mit den Bauern gegessen hatte. Solche Erinnerungen kann man sein Lebtag nicht vergessen
– das wurde den Realschülern in aller Deutlichkeit vor Augen geführt. Schneider berichtete auch, wie sein Vater eines Tages aus dem Krieg heimkam
und zu seiner Familie zurückfand. Er schilderte, dass die Amerikaner auf Neumarkt vorrückten und die Stadt völlig zerstörten.
Das Verhalten der Amerikaner hat er in sehr negativer Erinnerung. Sein Vater wurde von einem amerikanischen Soldaten brutal misshandelt,
als er seine Ausweispapiere nicht vorzeigen konnte. Als Schneider damals als sechsjähriger Junge ein Messer fand, in das ein Hakenkreuz eingraviert war,
kam er in große Schwierigkeiten, nachdem ein amerikanischer Soldat dies bei ihm entdeckt hatte. Dieser reagierte heftig, schilderte Schneider:
„‘Hands up’, schrie der Soldat. Er hatte in mir tatsächlich einen Nazi- Kämpfer gesehen.“Daraufhin wurde Schneider abgeführt und in einen Befehlspanzer verfrachtet.
Erst später kam er wieder frei. Die Einheimischen im Ort waren gegenüber den Neuankömmlingen auch oftmals verletzend und grob.
Flüchtlingewaren für sie Menschen zweiter Klasse. Erst als Schneider mit seinen Angehörigen in die Stadt Neumarkt gezogen war, verbesserte sich das Leben seiner Familie.
Dort haben sich die Amerikaner auch von einer ganz anderen Seite gezeigt. Sie verwalteten die Care-Paket-Organisation und kümmerten sich um das Wohl der Bevölkerung.
Schneider betonte: „Es gab aber Leute, auch katholische Priester, die uns sehr geholfen haben.“Gut ist ihm in Erinnerung geblieben, als sie von einer
Bäuerin Kesselsuppe und eine Wurst geschenkt bekamen. Nach und nach verbesserte sich auch die Situation der Flüchtlinge.
Im Anschluss an den Vortrag stellten die Schüler dem Referenten einige Fragen, die dieser sehr ausführlich beantwortete.

Für die Schüler war der Vormittag aufschlussreich, bekamen sie doch aus erster Hand Zeitzeugenberichte über die Folgen des Krieges,
von denen man sich keine Vorstellung machen kann.

CHRISTINA HAVERKAMP berichtet
über ihren Einsatz für die
YANOMAMI Indianer

Mit einem Vortrag über die Yanomami in Nordbrasilien und Venezuela hat die Menschenrechtlerin Christina Haverkamp die Schülerinnen und Schüler der fünften bis siebten Klassen der LLR in ihren Bann gezogen.
Mit eindrucksvollen Bildern und erlebnisreichen Schilderungen berichtete Haverkamp von ihrem oftmals abenteuerlichen Einsatz für eines der letzten Naturvölker unserer Erde.
„Wheti wa wa hu?“ ist Yanomamé und heißt auf Deutsch: „Wie heißt du?“
Doch diese Frage wird längst nicht mehr gestellt, wenn Christina Haverkamp aus Schleswig-Holstein zu den Yanomami-Indianern in den Regenwald reist.
Sie ist seit vielen Jahren von ihnen akzeptiert und lebt bei ihnen wie ein richtiges Stammesmitglied.
Die Menschenrechtsaktivistin, die sich seit 1990 für das bedrohte Indianervolk der Yanomami einsetzt, zeigte mit ihren aussagekräftigen Fotos, wie sich mit ihrer Hilfe die Lebenssituation vor Ort entscheidend verbessern ließ.
Ihren Beruf als Sport- und Mathematiklehrerin hat sie längst aufgegeben, um sich mit selbstlosem Engagement und außerordentlichem Mut für das Überleben dieses Naturvolkes einzusetzen.
Das Unrecht und die soziale Not begann in den 80er Jahren, als Goldfunde im Gebiet der Yanomami bekannt wurden. Schnell waren es über 65 000 Goldsucher, die in den Urwald der Indianer eindrangen, ihre Wälder rodeten, sie aus ihren Dörfern vertrieben oder gar ermordeten.
Die Goldsucher verseuchten im Zuge der Goldgewinnung die Flüsse mit Quecksilber und somit auch die Nahrung und das Trinkwasser. Durch nun brachliegende Sümpfe entstanden Brutstätten für Malaria-Mücken, denen die Indianer ab jetzt schutzlos ausgeliefert sind. Die brasilianische Regierung deckte den illegalen Raubbau zunächst.
Zur 500-Jahr-Feier der Entdeckung Amerikas überquerte Haverkamp mit dem Aktivisten Rüdiger Nehberg den Atlantik spektakulär auf einem selbstgebastelten Bambusfloß, um zugleich auf „500 Jahre Völkermord an den Naturvölkern“ aufmerksam zu machen.
Durch die Medienpräsenz wuchs der Druck auf die Regierungen und die Weltöffentlichkeit erfuhr von den anhaltenden Menschenrechtsverletzungen.

Ab diesem Zeitpunkt war für Christina Haverkamp klar, dass sie ihr Leben nur noch dem Volk der Yanomami widmen würde. Sie gründete den Verein Yanomami-Hilfe und baute gemeinsam mit anderen Mitstreitern bereits drei Krankenstationen und vier Schulen mit auf.
Die Indianer werden unter anderem darüber unterrichtet, welche Rechte sie haben. Mit Geldern der Yanomami-Hilfe e.V. kaufte sie Moskitonetze und Mikroskope für die Früherkennung von Tuberkulose. Außerdem brachte sie Sprechfunkgeräte in den Regenwald, damit sich die entlegenen Indianerstämme gegenseitig vor den herannahenden Goldsuchern schützen können.

 

 

 

Die Schülerinnen und Schüler erfuhren detailliert, welche Bräuche es bei den Indianern gibt, in welchen Dorfgemeinschaften sie leben und wie die Kindererziehung gestaltet wird.
Außerdem lernten sie, dass das Küssen zwischen Paaren dort völlig unbekannt ist, da Zierstöckchen im Gesicht dies auch verhindern würde.
Gespannt verfolgten sie, dass die Yanomami ihre Toten immer verbrennen und schließlich die Aschenreste in Bananenbrei reihum aufessen.

 

 

 

 

Nachdem einige Fragen der Schülerinnen und Schüler am Ende des Vortrages beantwortet waren, äußerte Christina Haverkamp den Wunsch, dass die Yanomami endlich menschenwürdig behandelt werden.

Erst kürzlich hatte Papst Franziskus bei seiner Auslandsreise nach Südamerika betont, dass die Identität und das Fortbestehen der indigenen Völker weltweit geschützt werden müsse. Die zunehmende Globalisierung und die wirtschaftliche Ausbeutung des Regenwaldes zerstörten die natürlichen Ressourcen dieser Völker, die noch ursprünglich und weitgehend im Einklang mit der Natur leben möchten. Diese Völker, sagte Papst Franziskus, verdienten unseren Respekt und unsere Achtung.
Für die Bewahrung der Schöpfung einzutreten, müsse ein wichtiges Anliegen aller Menschen sein.

 

 

Christine Haverkamp demonstrierte eindrucksvoll, welchen Beitrag sie für die Bewahrung der Umwelt der Yanomami bereits geleistet hat.
Am Schluss stellte sie den Schülerinnen und Schüler die Frage, wer sich ein ähnliches Engagement nach dem Schulabschluss vorstellen könne. Viele Kinder meldeten sich und dies war die Bestätigung dafür, dass die Schülerinnen und Schüler sehr berührt waren von dem abwechslungsreichen Vortrag, den ergreifenden Bildern und dem selbstlosen Einsatz von Christina Haverkamp. Sie würde sich freuen, wenn die Verbundenheit mit den Yanomami durch ein Spendenprojekt gezeigt werden könne.

 

Bericht: Daniel Greilich und
Marianne Wiesmann-Stock

 

 

 

 

 

 

Der satanarchöolügenialkohöllische Wunschpunsch

Michael Endes Kinderbuch als amüsantes Bühnenstück begeisterte die Schüler

Nur noch wenige Stunden bleiben den Bösewichten Professor Beelzebub Irrwitzer (Ansgar Wilk) und seiner Tante, der GeldhexeTyrannia „Tyti“ (Verena Konietschke), um ihr Soll an bösen Taten bis zum Jahreswechsel zu erfüllen: Zehn Tierarten aussterben lassen, Flüsse vergiften, eine neue Seuche ausbrechen lassen, die Jahreszeiten durcheinander bringen und das Klima manipulieren. So steht es im Vertrag mit der Unterwelt, auf dessen Erfüllung Maledictus Made (Jürgen Füser) am Anfang des Stücks vehement pocht. Für die Bösewichteist ein Rezept für den Wunschpunsch die letzte Rettung. Denn mit Hilfe dieses Gebräus können sie die Forderungen vor Mitternacht noch erfüllen.

Verzweifelt sucht der Professor zunächst alleine nach einer Möglichkeit, sein Soll an Übeltaten zu erreichen. Mit seinem „Elixier No. 92“ hatte er keinen durchschlagenden Erfolg. Er ist sich sicher, Menschen machen alles mit, aber die Tiere haben Verdacht geschöpft, dass er die Welt Stück für Stück zerstören will. Sie haben bereits bemerkt, dass die natürliche Ordnung durcheinander geraten ist. Seinen Kater Maurizio di Mauro (Annalena Lipp) hat er als Spion im Haus entlarvt. Der Kater ist Mitglied im Geheimrat der Tiere, dessen Ziel es ist, den Urheber für die unnatürlichen Verhältnisse auszumachen.

Tante „Tyti“ ist ebenfalls in großer Bedrängnis, da sie mit den Geldzahlungen, die sie der Unterwelt leisten muss, in Verzug geraten ist. Sie macht sich auf den Weg zu Professor Beelzebub Irrwitzer, ihrem Neffen. Sie hat aus dem Erbe des Großvaters lediglich den ersten Teil der Rolle des Rezepts vom satanarchäolügenialkohöllischen Wunschpunsch, einem Zauberelixier, der ihr zur Rettung ihrer  finanziellen Probleme verhelfen soll. Der zweite Teil des Rezepts befindet sich im Besitz des Professors, demmit dem Rezeptteil von Tante „Tyti“auch geholfen wäre. Mit der vollständigen Rolle als Vorlage könnten sie den Wunschpunsch ansetzen. Mit Glamour und großem Selbstbewusstsein erscheint die Tante im Zuschauerraum und verschenkt zur Überraschung der Schüler Lottoscheine. Somit wird ihre materialistische Lebenseinstellung deutlich gemacht. Ihr Haustier, der ruppige und kränkliche Rabe Jakob Krakel (Lisa Wittemer),ist ebenfalls ein Spion des Geheimrats der Tiere. Nach anfänglicher tierischer Auseinandersetzung erkennen Katze Maurizio und RabeJakob ihr gemeinsames Ziel. Ihnen bleibt nur wenig Zeit. Der Rabe stellt die Frage: „Warum haben immer die Bösen die Macht auf der Welt und so selten die Guten?“ BeimGedankenaustausch verbrüdern sich beide, erzählen von ihrer Kindheit und vom Traum ihres Lebens. Inzwischen haben die Bösewichte ihr Schriftstück zusammengefügt und den Wunschpunsch gebraut. Jedes in der Silvesternacht geleerte Glas wird dieErfüllung eines bösen Wunsches möglich machen. Allerdings müssen „gute Wünsche“ geäußert werden, die sich mit dem Glockenschlag um Mitternacht in das Gegenteil verkehren sollen. Die verbündeten Tiere haben einen genialen Plan: Sie möchten die Glocken der Kathedrale vorzeitig läuten lassen, damit die guten Wünsche nicht ins Gegenteil verwandelt werden können. Die Durchführung ihres Plans erweist sich jedoch schwierig. Der heilige Silvester I.(Jürgen Füser) erfährt von ihrem Vorhaben und verbietet ihnen, das Mitternachtsgeläut vorzeitig erklingen zu lassen. Er rettet ihren Plan dennoch und schenkt ihnen einen eingefrorenen Ton des Mitternachtsgeläuts, den sie als weitere Zutat in den Trank geben sollen, ohne dass die Bösewichte dies bemerken. Den Tieren gelingt es, ihr Ansinnen umzusetzen. Die beiden Zauberer leeren Glas um Glas und wünschen der Welt mit jedem Trinkzugaus dem satanarchäolügenialkohöllischenWunschpunsch alles mögliche Gute. Sturzbetrunken wünschen sie auch ihren beiden Haustieren Gesundheit und erfüllen unbeabsichtigt deren Lebenswünsche. Die Bösewichte bemerken die Realität zu spät. Der Punsch ist aufgebraucht und ihre Zeit ist abgelaufen. Seine höllische ExzellenzMaledictus Made lässt sofort nach Mitternacht die Seelen der Zauberer mit einem Schnipser pfänden. Ihnen stehen Höllenqualen bevor. Die Welt kann in eine neue, glänzende Zukunft blicken und nicht nur die Tiere können vor Glück tanzen. Die geplante Zerstörung der Welt wird verhindert.

Den Schauspielern der Neuen Werkbühne München ist es gelungen, mit ihrer Aufführung von Michael Endes „Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch“ zwei Schulstunden lang die Realschüler der LLR in ihren Bann zu ziehen. Die abwechslungsreichen Veränderungen des Bühnenbildes, die sagenhaftenLichteffekte und nicht zuletzt die passenden Musikeinspielungen durch Gudrun Wilk rundeten die fulminante Darbietung ab und rissen zudem die Schüler zu lang anhaltendem Applaus hin. Auf einen nächsten Besuch in der Zukunft freuen sich heute schon alle Schüler und Lehrer.

Afrikanischer Geschichtenerzähler in der Aula

Tormenta Jobarteh zog die Schüler in seinen Bann

Tormenta Jobarteh
der Geschichtenerzähler

In der vollbesetzten Aula hat der afrikanischen Geschichtenerzähler Tormenta Jobarteh die Schüler der 5. bis 7.Klassen in seinen Bann gezogen. Mit dabei hatte der Erzähler eine Kora, eine 21-saitige Harfenlaute, die aus einem afrikanischen Kürbis gebaut wird.

Seine erste Geschichte handelte von einem armen Bauern, der eine wunderschöne Mango findet und sie seinem König als Geschenk überreicht. Der König freut sich sehr darüber und überrascht den heimgehenden Bauern, indem er ihm sein schönstes Pferd schenkt. Ein reicher Kaufmann hört von dem großzügigen Geschenk des Königs und stellt sich die Frage, was der König ihm schenken würde, wenn er ihm sein bestes Pferd schenkte. Er setzt sein Vorhaben um und muss feststellen, dass der König nicht vorhat, eine Gegenleistung zu erbringen. Der König nimmt seinen Unmut wahr und schenkt ihm daraufhin die Mango. Für den König ist es ein kostbares Geschenk, denn er hat die Mango von einem Menschen erhalten, der keine Gegenleistung erwartet hatte. Der Kaufmann wirft sie verächtlich weg. Daraufhin lässt der König den Kaufmann aus seinem Palast werfen und erklärt, dass ein Geschenk nur so viel wert sei, wie das Herz von dem, der etwas schenkt. Doch nicht nur mit Geschichten begeisterte Tormenta Jobarteh, sondern auch mit Gesangs- und Trommeleinlagen, bei der er auch die Schüler mit einbezog. Mit dem bekannten afrikanischen Lied „Waka Waka“, das durch die kolumbianische Sängerin Shakira weltweit bekannt wurde, brachte er die Aula vollends zum Kochen. Mit exotischen Instrumenten imitierte Jobarteh Geräusche eines Unwetters mit brausendem Wind und nahm das Publikum wie durch einen Zauber mit in den afrikanischen Busch. Dort trifft ein hungriger Jäger in einer Höhle auf eine Hexe und bekommt es mit drei versteckten Teufeln zu tun. Auf der Flucht ins Dorf schleudert er einen Stein nach dem Teufel, der in abertausende winzige Teufelchen zerspringt – genau die Teufelchen, die bis zum heutigen Tage die Menschen ärgern. „Wer kennt es nicht, wenn der Radiergummi oder die Schlüssel einfach nicht zu finden sind?“, fragte der Geschichtenerzähler die Schüler. Die Geschichte von Anansi, der arbeitsmüden Spinne, fand bei den jungen Zuhörern großen Anklang. Anansi gibt vor, sterbenskrank zu sein. Er hat einen letzten Wunsch: Wenn er stirbt, will er in einem Loch in seinem Yams-Feld – ähnlich einem Kartoffelacker – begraben werden, mitsamt einem Ofen, einem Topf und Öl, damit er in der anderen Welt seine Yams genießen kann. Frau und Kinder erfüllen ihm den Wunsch. Doch als es dunkel wird, kommt der tot geglaubte Anansi aus seinem Grab, um sich Nacht für Nacht sein Essen zuzubereiten. Mit der Zeit fehlen immer mehr Yams auf dem Feld. Dies bemerkt auch seine Frau und so stellt sie dem Yams-Räuber eine Falle, indem sie eine mit Leim beschmierte Vogelscheuche aufstellt.

In der Nacht geht Anansi wieder auf das Feld, um Yams zu ernten. Er sieht die Vogelscheuche und empört sich sogleich über den vermeintlichen Eindringling. Nachdem gutes Zureden keinen Erfolg zeigte, wird Anansi handgreiflich und möchte die Vogelscheuche mit Fußtritten aus seinem Yamsfeld vertreiben. Durch den auf der Vogelscheuche aufgebrachten Leim, bleiben seine Spinnenbeine allerdings an der Vogelscheuche kleben. Am nächsten Morgen findet ihn seine Frau und kann ihren Augen nicht trauen: Ihr tot geglaubter Mann lebt in Wirklichkeit und hatte sich alles nur ausgedacht. „Gute Frau, ich kann dir alles erklären“, versucht Anansi seine aufgebrachte Frau zu beschwichtigen – jedoch ohne Erfolg. Der aufgedeckte Schwindel ist für alle Spinnen eine Schmach. Noch heute schämen sich alle Spinnen, so dass sie sich in den Ecken verkriechen, lautet die Quintessenz dieser Geschichte. Nach der „Body-Percussion“, bei der alle Schüler ihren Körper als „Instrumente“ einsetzten, erzählte Jobarteh von einem großherzigen König, der einer Löwin hilft und von dem majestätischen Tier ein besonderes Geschenk bekommt: eine Melone, die köstlichste Frucht, die der König je genossen hatte. Die letzte Geschichte handelte von einem Markthändler in Gambia, der lauthals ein Hühnchen für 100 Goldstücke anpreist. Was das Hühnchen denn kann, wenn es so viel kostet, wird er gefragt. Das Hühnchen kann sprechen. Dann verlangt ein anderer Händler für einen Truthahn sogar 200 Goldstücke. Was der Truthahn kann? Er kann zuhören, so die Schlusspointe. Mit Tormenta Jobarteh erlebten die Schüler einen kurzweiligen und stimmungsdichten Vormittag, der ihnen in Erinnerung bleiben wird.

Bruno Lux hielt einen Vortrag für die 8. Jahrgangsstufe unserer Realschule

„Schutz der Privatsphäre! Recht am eigenen Bild! Schutz der Ehre!“ – Diese Schlagworte waren am vergangenen Freitag das zentrale Thema des fundierten Vortrags über Cybermobbing von Bruno Lux in der Aula.

Der LLR liegt die Gewaltpräventionsarbeit seit vielen Jahren am Herzen, worunter auch Mobbing und, seit der Verbreitung der sozialen Netzwerke, immer häufiger auch Cybermobbing fallen. Herr Lux, ehemaliger Gymnasiallehrer und pensionierter Leiter der Schulberatungsstelle in Landshut, führte zu Beginn aus, dass die sozialen Netzwerke natürlich im Allgemeinen viel Positives wie Unterhaltung, Möglichkeit der Selbstdarstellung, Information und Vernetzung mit anderen böten. „Und das ist alles im grünen Bereich! Der rote Gefahrenbereich wird dann betreten, sobald jemand das Urheberrecht oder das Persönlichkeitsrecht anderer verletzt und sich dadurch strafbar macht“, warnte Lux. Außerdem fügte er hinzu, dass bei Cybermobbing die schnelle Verbreitung von Bildern, Beleidigungen und Drohungen über die diversen sozialen Netzwerke dieser Art von Gewalt „noch mehr Wucht“ verleihen würden. Am Ende des Vortrags wurde noch eingehend darauf hingewiesen, wie Opfer reagieren sollen und wo sie sich Hilfe holen können.

Mit vielen anschaulichen, gut recherchierten und einprägsamen Beispielen – auch aus seiner eigenen Erfahrung als Spezialist für Internetgefahren – konnte Herr Lux unsere Schülerinnen und Schüler beeindrucken und hoffentlich nachhaltig für das Thema sensibilisieren.