07 Nov 2020

LLR geht neue Wege bei der Berufsorientierung

Auf der mutigen Suche nach dem Traumjob

 

Kurz vor Mittag waren die lauten „Huh“-Schreie des neuseeländischen Kriegstanzes Haka bis nach draußen vor der Stadthalle zu hören. Wer dort vorbeiging, hätte kaum vermutet, dass drinnen eine Veranstaltung zur Berufsorientierung stattfand. 75 Neuntklässler der LLR nahmen erstmals am Seminar „Mein mutiger Weg“ teil, das von Geschäftsführer und Trainer Pascal Keller und dessen Mitarbeiter Patrick Piel geleitet wurde.

Dominik Schwarz, Realschullehrer für BwR und verantwortlich an der LLR für die berufliche Orientierung, wollte seinen Schülern in diesem Schuljahr Jahr etwas Besonderes bieten und brachte die Veranstaltung, die einen anderen, einen emotionalen und persönlichen Ansatz hat, nach Osterhofen. So wurde die sonst meist nüchterne Berufsorientierung zu einem besonderen Erlebnis, bei dem sich jeder Schüler ganz auf sich konzentrieren konnte.

Mit dem Konzept „Mein mutiger Weg“ erarbeiteten die Schüler einen individuellen Fünf-Schritte-Plan, der sie ans Ziel führen soll. Zu jedem Schritt bekamen sie von den Trainern inspirierende Impulse und praxisnahe Beispiele, die veranschaulichten, wie sie diese Schritte im (Schul-)Alltag umsetzen können. Pascal Keller stellte heraus: „Im Mittelpunkt des Seminars steht die individuelle Persönlichkeit von jedem Schüler, da wir davon überzeugt sind, dass die eigene Persönlichkeit der wichtigste Schlüssel zu einem erfüllten Berufsleben ist.“

Deshalb vermitteln die Trainer den Schülern „ein positives soziales Miteinander und zeigen Wege auf, um ein gesundes Selbstvertrauen zu entwickeln und zu lernen, die eigenen Stärken zu entdecken“. Begleitend zu der Veranstaltung bekam jeder Schüler ein Workbook, in das er zu jedem der fünf Lernschritte etwas Persönliches eintragen konnte. Dieses individualisierte Arbeitsheft dient als Basis für die folgenden Beratungstermine an der Schule bei Berufsberater Christoph Kreuzer von der Bundesagentur für Arbeit in Deggendorf.

„Das Seminar ist die Auftaktveranstaltung zum Konzept der beruflichen Orientierung an der LLR und soll sich wie ein roter Faden durch die weiteren Veranstaltungen und Inhalte im Laufe des Schuljahres ziehen“, verdeutlichte Dominik Schwarz diesen innovativen Ansatz.

Als eine Schülerin vortrat und ihre Stärken sowie ihren Berufswunsch selbstsicher vorstellte, erhielt sie großen Applaus von ihren Mitschülern und Pascal Keller verneigte sich vor ihr. Das Mädchen strahlte. Es war offensichtlich, dass die „Profi-Mutmacher“ den Schülern schon großen Respekt zollten.

Mitarbeiter Patrick Piel erklärte, dass ein starkes Selbstvertrauen viele Aspekte des Lebens beeinflusst und daher unerschütterlich sein sollte. Sich auf sich zu selbst verlassen, sich cool zu finden – das fällt manchen Schülern noch schwer. Aber die „Mutmacher“ wussten hier Abhilfe zu schaffen.

Eine Schülerin gab zu, dass sie eine Berufsorientierung mit den immer gleichen Tipps erwartet hatte: „Ich bin von „Mein mutiger Weg“ sehr überrascht. Als wir den Raum betraten, wurden wir schon gleich mit Musik begrüßt. Ich finde es großartig, dass die Veranstaltung sehr persönlich ist und das wahre Geschichten erzählt werden.“

Mithilfe der Lebensweisheit von Walt Disney „Alle Träume können wahr werden, wenn wir den Mut haben, ihnen zu folgen“ schlossen die Schüler die Augen und fokussierten sich auf ihre ganz eigenen Wünsche im zukünftigen Berufsleben. Anschließend zeichneten alle Schüler konzentriert ihr persönliches Zukunftsbild. „Heute habe ich herausgefunden, dass ich Stärken besitze, von denen ich nie gedacht hätte, dass ich sie habe; zum Beispiel, dass ich kreativ bin und gut organisieren kann. Mein Selbstvertrauen könnte gut noch ein Stück anwachsen. Vorher dachte ich, es gibt nur wenige Dinge, die ich gut kann. Auch wenn es schwierig ist, es wurde mir Mut gemacht, meine Träume wirklich ernsthaft zu verfolgen“, erklärte ein Schüler.

Eines der letzten Themen im Seminar war die Angst. Die Angst davor, Dinge anzugehen, von denen man träumt. Geschäftsführer Pascal Keller selbst hat oft erlebt, dass Worst-Case-Szenarien nie zur Wirklichkeit werden. Er möchte den Schülern Kraft geben, stets auch positiv zu denken. Von anderen dürfe man sich auf keinen Fall zu negativ beeinflussen lassen. Denn der eigene Weg beginnt genau dort, wo man seinen Träumen mehr Energie gibt als seinen Ängsten. Das Ziel, die Schüler persönlich zu motivieren, ihnen Mut für ihren eigenen Weg mitzugeben und die Berufsberatung zu einem besonderen Erlebnis zu machen, ist den „Mutmachern“ tatsächlich bestens gelungen.


Die Neuntklässler beim Vortrag – wenn auch mit Abstand.

 


Die Schüler sind jetzt auch „Mutmacher“.