Pilotprojekt: Bayern – Digitale Schule der Zukunft 

Die LLR ganz vorn dabei

Mit dem Auto in den Urlaub und der Beifahrer verschwindet stundenlang hinter der Landkarte. Eine Panne auf der Landstraße. Keiner hält an. Keine Telefonzelle in Sicht. Außerdem sowieso kein Kleingeld mehr zum Telefonieren?

Kaum mehr vorstellbar und dennoch gar nicht so lange her. Heute bestimmen und erleichtern digitale Errungenschaften unseren Alltag wie auch das Berufsleben.

So setzt sich die Landgraf-Leuchtenberg-Realschule ganz besonders für die Vorbereitung auf ein selbstbestimmtes Leben in der digitalen Welt ein und nimmt deshalb am Pilotversuch des bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus im Schuljahr 2022/2023 teil.

Bis zu 250 bayerische Schulen der Förder-, Mittel-, Real- und Wirtschaftsschulen sowie der Gymnasien nehmen am Pilotprojekt teil. Im Landkreis Deggendorf sind es die Realschulen Schöllnach und die Landgraf-Leuchtenberg-Realschule, die sich dieser Herausforderung stellen. Worin besteht der Kern dieses Projekts? Schülerinnen und Schüler werden jahrgangsstufenweise mit Tablets, Notebooks oder Convertibles ausgestattet, um mit diesen Geräten in und außerhalb der Schule zu lernen. In einer von Digitalität geprägten Welt erfahren die Jugendlichen somit eine realitätsnahe Lernsituation, um auch über die Schule hinaus vielfältige Kompetenzen zu erwerben. Dabei sollen zum einen zeitgemäße Konzepte implementiert werden, welche die Schüler zum Lernen mit mobilen Endgeräten befähigen. Zum anderen soll der Lehrkorpus im Bereich der Digitalisierung noch weiter fortgebildet und die Erziehungspartnerschaft zwischen Elternhaus und Schule gestärkt werden. Denn die Flut an Fragen zur Medienpädagogik oder zum geeigneten Beschaffungsverfahren der Endgeräte nimmt die gesamte Schulfamilie seit Beginn des Schuljahres in Anspruch. Um die Familien in der Anschaffung der Endgeräte zu unterstützen, gewährt der Freistaat Bayern einen Zuschuss über 300,00 €. Digitale Kompetenz ist für eine erfolgreiche Zukunft unverzichtbar, in diese Kompetenz der jungen Leute wird investiert.

Die LLR stellt sich einer neuen Herausforderung

An der Landgraf-Leuchtenberg-Realschule nehmen im Schuljahr 2022/2023 die 7. und 8. Klassen am Pilotprojekt „Digitale Schule der Zukunft“ teil. Bereits im vergangenen Schuljahr wurde ein Testlauf mit einer 8. Klasse durchgeführt. Das Ergebnis: die technischen Voraussetzungen passen, die LLR kann mit ihrem digitalen Vorhaben durchstarten.

Die anschließenden Sommerferien widmete sich die LLR akribisch diesem Projekt, um es zum neuen Schuljahr auf ein stabiles Fundament stellen zu können. Ein Onlineshop für die Eltern wurde eingerichtet und IPads unterschiedlicher Preisklassen ausgewählt. Diese orientierten sich an den Bedürfnissen der Kinder. Die Kosten für ein solches Gerät inklusive Stift, Software und Einbindung in das dazu notwendige schulische Lern- und Arbeitssystem MDM belaufen sich auf nur 140 € aufwärts, dank der Verrechnung des Zuschusses vom Freistaat. Ein Gerät allein ohne Einsatzplan im neuen Schuljahr würde keinen Sinn machen – ein neues pädagogisches Konzept musste zudem erarbeitet werden. Schulspezifische Schwerpunkte im Rahmen des Pilotversuchs sollten an der LLR in der digitalen Heftführung, Hausaufgabenorganisation und der Nutzung digitaler Schulbücher bestehen. Dies nur als erster Schritt. Weiter erprobte die LLR den Einsatz von fachspezifischer Lernsoftware für den Unterricht. Auch an die Lehrkräfte wurde gedacht: Eine Fortbildungsoffensive im Bereich Digitalisierung soll diesen die nötigen Grundlagen vermitteln. Der tägliche Umgang mit dem IPad in der Schule bedingt außerdem eine Nutzungsvereinbarung, welche den Schülerinnen und Schülern Verhaltensregeln im Umgang mit ihrem Gerät und die Verantwortung für ihr Eigentum erklärt. Zusätzlich soll diese Vereinbarung aber auch die Verantwortung im täglichen Miteinander und beim Lernen festhalten. Die unterrichtsfreie Zeit nutzte die LLR außerdem zur Vorbereitung der technisch notwendigen Struktur der Schule. Konkret: WLAN-Ausbau und inhaltliche Vorbereitung der digitalen Lernumwelt (MDM) für die technische Umsetzung durch externe Partner. Ebenso konnten die Lehrkräfte davon profitieren, noch nicht mitten im Unterrichtsgeschehen zu stecken, um von Beginn an der Fortbildungsoffensive teilzunehmen. Dabei erweiterten sie ihre Erfahrungen aus der bisherigen Arbeit mit IPad-Koffern und eigneten sich eine intensivere Nutzung von fachspezifischer Lernsoftware an. Auch die Etablierung grundsätzlicher Arbeitsweisen wurde zu diesem Zeitpunkt relevant. Durch die vorige Erprobung der IPads und Office 365 mit OneNote als einheitlichem Standard konnte es am ersten Schultag für die neuen Tabletklassen direkt losgehen.

Erste Schritte in die digitale Zukunft

Gerade hieß es noch in aller Munde: Einen guten Rutsch! Schon sind die ersten Schritte ins neue Jahr getan – in die digitale Zukunft der LLR ebenso. Die Landgraf-Leuchtenberg-Realschule steckt bereits seit Schuljahresbeginn mitten im digitalen Alltag, vom Unterricht bis hin zu gezielten Projekten wie dem Digitalen Tag, an dem Medienpädagoge und Digitaltrainer Daniel Wolff der gesamten Schulfamilie die Chancen der Digitalisierung sowie die damit verbundenen Herausforderungen näherbringen konnte. Alle Jugendlichen wurden dabei in speziellen Workshops über Themen wie den Umgang mit diversen Social-Media-Plattformen, der eigenen Bildschirmzeit oder Cybermobbing informiert.

Mittlerweile kann die LLR bereits auf einige Monate digitaler Arbeit zurückblicken und die ersten – insbesondere organisatorischen und bürokratischen – Schritte sind gemacht. Ab September wurden die Schülerinnen und Schüler mit den Tablets ausgestattet, bei deren Einrichtung sie der Systembetreuer der Schule unterstützte.

An einer Schule der Größenordnung der LLR bestehen neben den ca. 150 IPads der Schülerinnen und Schüler in den Projektklassen mehrere hundert Desktop PCs, Schul-IPads, Endgeräte der Lehrkräfte, aber auch mehrere Netzwerke und die Präsentationstechnik (Beamer, AppleTV, Chromecast, Präsentationskamera) in ca. 30 Unterrichtsräumen. Ohne den Systembetreuer undenkbar, für ihn jedoch eine Mammutaufgabe.

Die Familien beschritten neue Wege, indem sie nach Ausgabe der Tablets den Zuschuss beantragten, der jeweils durch die Schulleitung geprüft und an das Kultusministerium weitergegeben wurde. Die Auszahlung haben die Eltern mittlerweile auch schon erhalten. Und auch die Schülerinnen und Schüler der LLR zogen mit und ließen sich im Bereich Verhalten im Netz und auf Kommunikationsplattformen durch externe Experten und in Zusammenarbeit mit dem Kinderschutzbund coachen.

Steiniger Weg oder Erfolgskurve?

Ein bisheriges Fazit ergibt unterschiedliche Rückschlüsse: Die IPads wurden relativ schnell ein gewohnter und selbstverständlicher Begleiter für die Schulfamilie, auch die Einführung der digitalen Schulbücher lief reibungslos. Die Jugendlichen selbst zeigten bereits eine breite technische Expertise und unterstützen sich gegenseitig. Dadurch wird deutlich, dass die Arbeit an digitalen Geräten auch das gegenseitige Miteinander fördert. Technische Probleme wie die Gewährleistung eines stabilen WLANs traten lediglich im niederschwelligen Bereich auf, machten aber die große Bedeutung der Systembetreuer der Schule zur Unterstützung der Schülerinnen und Schüler deutlich, ohne die eine digitale Schule der Zukunft nicht denkbar wäre. Trotz zunehmender Erfahrung kann dieser technische Support nicht dauerhaft von Lehrkräften geleistet werden, die selber Klassen zu unterrichten haben. Nicht nur die Anschaffung der Tablets, sondern auch der Support von IT-Experten muss dazu vor Ort deutlich ausgeweitet werden, um einen nachhaltigen Erfolg zu ermöglichen.

Pädagogik und IPad – die LLR stellt sich vor

 

Interessierte Schülerinnen und Schüler der 4 Klassen sind herzlich an der Schule willkommen, um sich ein Bild vom gesamten Angebot der LLR zu machen. Dabei können Besucherinnen und Besucher auch digitale Elemente einer zukunftsorientierten Pädagogik, wie sie die LLR ab der 7. Jahrgangsstufe anbietet, kennenlernen.

Möglich ist dies am Informationsabend der LLR für Eltern von Schülerinnen und Schülern der 4. Klassen der Grundschulen am 15.02.2023 (Beginn um 19:00 Uhr in der Stadthalle Osterhofen) und am Tag der offenen Tür der LLR am 10.03.2023 (Beginn um 14:30 Uhr in der Stadthalle Osterhofen).